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Rückgewinnung von Edelmetallen aus Leiterplatten

Die URT Umwelt- und Recyclingtechnik GmbH entwickelte hierzu ein spezielles Pyrolyseverfahren.

Zusammen mit dem französischen Partner TND wurden in Europa und Asien bereits zwei Anlagen zur Rückgewinnung von Edelmetallen aus Leiterplatten – basierend auf dem Pyrolysekonzept – realisiert. Die Jahreskapazität liegt bei jeweils 20.000 Tonnen. Neben Kupfer und Edelmetallen wird auch eine Zinn-Blei-Legierung produziert. Zinn ist vor allem für Low-Grade-Leiterplatten ein wichtiger Ergebnisbestandteil.

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URT-Anlage bei dem chinesischen Recyclingunternehmen GEM in Jingmen (Foto: URT Umwelt- und Recyclingtechnik GmbH )

Das Angebot der URT Umwelt- und Recyclingtechnik GmbH umfasst Aufbereitungsanlagen für Elektro- und Elektronikschrott (WEEE), Kühlgeräte, Röhren- und Flachbildschirme mit Quecksilberfiltration sowie Toner. Darüber hinaus beschäftigt sich das Unternehmen mit Konzepten zur Leiterplattenaufbereitung. Das Grundkonzept sieht die Zerkleinerung der Leiterplatten in einem einstufigen Verfahren vor. Dies geschieht mit einer langsam laufenden, vierwelligen Rotorschere. Erzeugt wird ein etwa 20 Millimeter großes Granulat, aus dem dann Eisenmetalle und Aluminium abgeschieden werden können. Im verbleibenden Leiterplattenrest sind, im Vergleich zur ursprünglichen Masse, jetzt die Edelmetalle (Kupfer, Gold, Silber und Palladium) aufkonzentriert. Diese Materialfraktion wird üblicherweise an Kupferhütten verkauft. Durch eine weitere Aufschlusszerkleinerung mit Schneid- und Prallmühlen und nachfolgenden Dichtetrennstufen können weiterhin Metallkonzentrate erzeugt und unmittelbar eingeschmolzen werden. Durch Elektrolyse- und hydrometallurgische Prozesse werden Kupfer und Edelmetalle rückgewonnen.

Eine weitere technische Herausforderung hinsichtlich Leiterplattenrecycling wurde durch URT bereits umgesetzt. So sind Leiterplatten-Pyrolyseanlagen entstanden, die unter Luftabschluss in einem Pyrolyseofen Metallkonzentrate erzeugen. Alle organischen Substanzen werden dabei gasförmig in eine Nachverbrennungskammer geleitet und verbrannt. Das entstandene Metallkonzentrat wird in nachgeschalteten Schmelzöfen aufbereitet. Bei all diesen aufgezeigten Verfahren ist die Beprobung der Leiterplatten besonders wichtig. Hierzu hat URT ein Verfahren entwickelt, bei dem die Leiterplattenfraktionen durch Probenteiler separiert werden. Es entstehen somit statistisch einwandfreie Proben – auch über große Losgrößen, die dann für die Materialanalysen herangezogen werden können.

www.urt-recycling.de [2]

(EU-Recycling 01/2019, Seite 16)