Neues Verfahren zur Überprüfung recycelter Materialien in geschlossenen Stoffkreisläufen ermöglicht mehr Transparenz in komplexen Lieferketten.
Um der Elektronikbranche bei dieser Umstellung zu helfen, hat TÜV Rheinland ein Verfahren zur Überprüfung von recycelten Materialien in geschlossenen Kreisläufen eingeführt. Das neue Verfahren wurde speziell für die großen und komplexen Lieferketten der Elektronikbranche entwickelt. Angelehnt an ISO 14021, EN 15343 und ISO 22095, schafft das Programm einen transparenten, rückverfolgbaren Rahmen, der alle Phasen der Lieferkette abdeckt: von der Abfallsammlung bis zur Verwendung recycelter Materialien in neuen Produkten.
Ryan Hsiang, stellvertretender Geschäftsführer People & Business Assurance bei TÜV Rheinland Taiwan, erklärt: „Ein geschlossener Recyclingkreislauf erhöht nicht nur die Ressourceneffizienz, sondern beschleunigt auch den Fortschritt bei Recyclingtechnologien und verbessert die Präzision in der vorgelagerten Lieferkette. Dadurch wird er zu einem wichtigen Faktor für eine nachhaltigere Elektronikindustrie.“
Pilotprojekt demonstriert funktionierendes Kreislaufmodell
Mehrere Partner aus der Elektronik-Lieferkette haben den Verifizierungsprozess durch Dritte bereits im Rahmen eines kürzlich von TÜV Rheinland unterstützten Pilotprojekts umgesetzt. An der Initiative sind mehrere spezialisierte Recyclingunternehmen beteiligt, die mit unterschiedlichen Materialströmen arbeiten.
GuangDong Tpiplastic überwacht das Kunststoffrecycling und wandelt zerlegte, sortierte, zerkleinerte, gewaschene und regranulierte Materialien in hochwertige recycelte Kunststoffe um. Die elektronischen Bauteile werden von der australischen Firma SPC E-Cycle zerlegt, und die darin enthaltenen Leiterplatten werden von Mint Innovation mit ihrer firmeneigenen umweltschonenden Technologie in einem geschlossenen Kreislauf zu 100 Prozent markenexklusivem recyceltem Kupfer verarbeitet. Das Kupfer wird dann von Ningbo Jintian Copper zu Kupferbändern veredelt, bevor es in die nachgelagerte Produktion gelangt. Die so gewonnenen Materialien werden nun in neuen Komponenten verwendet. Das Pilotprojekt demonstriert ein funktionierendes Kreislaufmodell, das dazu beiträgt, die Umweltbelastung durch Elektroschrott zu reduzieren.
Audits von TÜV Rheinland bestätigten, dass die recycelten Kunststoffe ABS und PMMA sowie Gummi und Kupfer durchgängig die geforderten Standards sowohl hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit als auch der Materialqualität erfüllten. „Dieses Pilotprojekt verbessert nicht nur das Management von recycelten Materialien innerhalb der Lieferkette, sondern unterstützt auch die breitere Einführung von recycelten Rohstoffen in der Industrie und beschleunigt den Fortschritt hin zu einer Kreislaufwirtschaft“, fügt Hsiang hinzu. „Wir freuen uns darauf, mit weiteren Partnern zusammenzuarbeiten, um diesen Ansatz für das Lieferkettenmanagement auszuweiten.“
tuv.com [1]
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 02/2026, Seite 42, Foto: TÜV Rheinland/KI-generiertes Bild)