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Schrottmarkt kompakt: Der positive Trend setzt sich fort

Der Stahlschrotthandel ist gut ins neue Jahr gestartet. Im Berichtsmonat Januar meldeten Stahlwerke in Deutschland und europäischen Nachbarländern wieder Mehrbedarf, sodass die Schrottpreise je nach Sorte um 10 bis 15 Euro pro Tonne zulegten (Quelle: BDSV). Damit setzte sich im Januar der Trend aus den Vormonaten fort, wobei die Nachfrage das verfügbare Angebot deutlich überstieg. Die IKB Deutsche Industriebank AG berichtet in ihrer „Rohstoffpreis-Information“ vom 5. Februar 2026, dass die Preise für Stahlaltschrott um weitere 4,8 Prozent und für Stahlneuschrott um 6,1 Prozent gestiegen sind.

Wie sich der Schrottmarkt im Februar entwickelte, dazu lagen bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe (18. Februar 2026) noch keine aussagekräftigen Daten vor. Marktakteure rechnen mit einem stabilen Marktumfeld und gleichbleibenden bis leicht steigenden Schrottpreisen. Die Auftragslage der Stahlwerke ist derzeit mit „gut“ zu bewerten. Das Exportgeschäft startete mit viel Schwung in den Januar, der zur Monatsmitte aber wieder abflaute. Exporteure haben daraufhin ihre Preise zurückgenommen. Bedingt durch den starken Euro, erhöht sich der Wettbewerbsdruck auf die Branche, sodass europäische Schrottanbieter ihre Gebotspreise an die Hafenlager anpassen müssen.

Wenn auch die Nickelnotierungen an den Industriemetallbörsen zuletzt zulegten, so verharren die Preise für legierten Stahlschrott – bei verhaltener Nachfrage angesichts der schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – doch weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Die Auftragslage der Edelstahlwerke bleibt angespannt. Preisgünstige Edelstahlimporte aus Fernost verstärken den Wettbewerbsdruck im europäischen Markt.

Trotz der anhaltend schwierigen Lage wichtiger Abnehmer wie der Automobilindustrie verzeichnet der Aluminiummarkt eine positive Entwicklung. So sind Absätze und Preise gegenwärtig stabil; und der Pfeil zeigt weiter nach oben. Im Berichtsmonat Januar konnten die Notierungen für Sekundär-Aluminiumschrotte deutlich zulegen (Quelle: MBI Metalle Monitor, 30.01.2026).

Die hohen Kupferpreise, die im Januar noch einmal um elf Prozent auf über 14.300 US-Dollar pro Tonne im Durchschnitt anzogen, lösten eine massive Angebotswelle bei Kupferschrotten aus. Der Markt konnte das kaum mehr aufnehmen, weshalb die Kupferhütten ihre Abschläge merklich erhöhten und weniger Schrott ankauften.

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 03/2026, Seite 30, Foto: O. Kürth)