Wenn die IFAT Munich vom 4. bis 7. Mai 2026 wieder ihre Tore öffnet, wird die Stahl- und Metallrecyclingbranche mit einem ungewöhnlich praxisnahen Format aufwarten.
Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) und der Verband Deutscher Metallhändler und Recycler (VDM) präsentieren im Freigelände Süd (FS911/1) einen Demonstrationsbereich, der die gesamte Prozesskette der modernen Schrottaufbereitung erlebbar macht. Der gemeinsame Innenstand bleibt an gewohnter Stelle in Halle B4, Stand 327. Mit diesem zweigeteilten Messeauftritt – Innenstand und Außenbereich – setzt die Branche ein klares Signal: Recycling ist kein theoretisches Konzept, sondern gelebte Industriepraxis.
Das Herzstück des Auftritts sind Live-Demonstrationen, die zentrale Prozessschritte der Stahlrecyclingpraxis abbilden. Täglich viermal – um 10:30, 12:00, 14:30 und 16:00 Uhr – können Fachbesucher verfolgen, wie Altfahrzeuge fachgerecht trockengelegt, demontiert und zerkleinert werden. Neben der Karossenzerkleinerung wird auch Mischschrott, Metall und Schwerschrott zerkleinert. Anschließend stehen Technologien zur Separation von Eisen- und Nichteisenmetallen im Fokus: Von klassischen Magnetsortierern und Wirbelstromabscheidern bis hin zu kombinierten Röntgentransmissionsanlagen (XRF-T), die eine besonders präzise und flexible Materialidentifikation ermöglichen.
Ergänzt wird das Programm durch Lösungen zur Aufbereitung von Schredderrückständen zu Ersatzbrennstoffen sowie durch Materialprüfungsgeräte, Brandschutz- und Sicherheitssysteme, innovative Container- und Transportlösungen für Straße, Schiene und Wasserweg sowie Elektro-Lkw für den Einsatz in der Recyclinglogistik.
Ein Thema wird auch das Recycling von Elektrofahrzeugen sein. Der sichere Umgang mit Hochvoltsystemen und Lithium-Ionen-Batterien stellt Recyclingbetriebe vor neue technische und organisatorische Herausforderungen, die weit über klassische Demontageprozesse hinausgehen. Damit positioniert sich der BDSV/VDM-Außenauftritt nicht nur als Leistungsschau, sondern als Diskussionsplattform für die drängenden Transformationsfragen der Branche. Qualität in der Aufbereitung ist gefragt.
Zusammenspiel moderner Aufbereitungstechnik
Der Ansatz spiegelt einen Wandel in der Selbstdarstellung der Branche wider: Statt einzelne Maschinen isoliert vorzustellen, soll das Zusammenspiel moderner Aufbereitungstechnik im Verbund sichtbar werden. Denn die Qualität von Recyclingrohstoffen hängt nicht von einer einzelnen Anlage ab, sondern von einer abgestimmten Prozesskette. Hochwertige Sekundärrohstoffe entstehen nur dort, wo Zerkleinerung, Sortierung, Prüfung und Logistik konsequent ineinandergreifen.
Mit diesem Format will die BDSV/VDM auch den gesellschaftlichen Beitrag der Branche greifbar machen: Ressourcenschonung, industrielle Versorgungssicherheit und die Reduktion von CO₂-Emissionen durch Sekundärrohstoffe sind keine abstrakten Versprechen – sie beginnen mit der richtigen Aufbereitungstechnik auf dem Schrottplatz. Die IFAT 2026 bietet dafür die ideale Bühne.
bdsv.org [1], vdm.berlin [2]
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 04/2026, Seite 26, Foto: O. Kürth)
