Unter Zeitdruck: vollständig elektronische Abwicklung grenzüberschreitender Abfalltransporte in der EU.
rona:systems, Marktführer rund um ERP-Lösungen für die Kreislaufwirtschaft, bietet seinen Kunden ab sofort eine Schnittstelle zum Digital Waste Shipment System (DIWASS) der Europäischen Union. Entsorgungs- und Recyclingunternehmen können damit die verpflichtende elektronische Abwicklung grenzüberschreitender Abfallverbringungen in ihre Arbeitsabläufe integrieren. Grundlage ist die Verordnung (EU) 2024/1157 über die Verbringung von Abfällen, nach der die verbringungsbezogenen Informationen und Dokumente ab dem 21. Mai 2026 vollständig elektronisch zu übermitteln und auszutauschen sind.
Ab diesem Datum müssen Unternehmen, die Abfälle über Grenzen transportieren, ihre Daten elektronisch einreichen und teilen. Dafür stellt die EU-Kommission das DIWASS als zentrale Webanwendung und als Hub für die Anbindung nationaler Fachverfahren und Unternehmenssoftware bereit. Verbände aus der Entsorgungs-, Recycling-, Glas-, Metall- und Kunststoffwirtschaft begrüßen die Digitalisierung grundsätzlich, warnen jedoch vor einem engen Zeitplan und fordern eine Übergangs- und Anpassungsphase von mindestens einem Jahr, damit Betriebe und Behörden die neuen Abläufe stabil einführen können.
„Entsorgungs- und Recyclingunternehmen, die das rona:office-Lösungsportfolio einsetzen, dürfte das kein Kopfzerbrechen bereiten. Denn wir bieten unseren Kunden bereits jetzt eine DIWASS-Anbindung an und unterstützen bei der Umstellung der Abläufe. Damit lassen sich die Anforderungen der am 21. Mai in Kraft tretenden Verordnung zeitnah umsetzen“, erklärt Rainer Marte, Geschäftsführer der rona:systems GmbH.
Drei Prozesse, ein System
DIWASS deckt drei zentrale Prozessbereiche ab: Das Notifizierungsverfahren einschließlich der Erstellung und Ergänzung von Begleit- beziehungsweise Movement-Dokumenten, die Erstellung und Vervollständigung der Anhang-VII-Dokumente für Verbringungen „grün gelisteter“ Abfälle sowie die Bereitstellung von Entscheidungen und Informationen zu vorab zugelassenen Verwertungsanlagen. Wie Unternehmen und Behörden konkret zugreifen, entscheiden die zuständigen Stellen in den Mitgliedstaaten. Möglich sind der Zugang über die DIWASS-Weboberfläche, über ein angebundenes nationales System oder über hybride Modelle. So können Unternehmen zum Beispiel nicht nur Verbringungsdokumente manuell einpflegen, sondern auch auf eine API-basierte Schnittstelle zugreifen, die den automatisierten Austausch zwischen DIWASS, nationalen Behördensystemen und kommerzieller Branchensoftware ermöglicht.
Für Unternehmen heißt das: Rollen, Verantwortlichkeiten, Zugänge und Identifikationsmerkmale müssen klar definiert und sauber im Prozess abgebildet sein. Dokumente werden künftig nicht mehr als Scans per E-Mail mit anschließendem Nachtelefonieren verschickt, sondern laufen als Datensatz durch ein verbindliches elektronisches Verfahren. Voraussetzung dafür ist die Registrierung aller Standorte im DIWASS-System und deren Freischaltung durch die zuständigen Behörden. Nur registrierte Standorte können in Notifizierungsformularen, Begleitdokumenten und Annex-VII-Dokumenten eingetragen werden. Unternehmen sollten die Registrierung daher frühzeitig anstoßen, da behördliche Genehmigungen erfahrungsgemäß Zeit benötigen. „DIWASS macht aus der Abfallverbringung einen durchgängig digitalen Prozess. Entscheidend ist, dass alle Informationen vollständig, konsistent und fristgerecht im System landen. Genau hier setzen wir mit unserer DIWASS-Anbindung an: Wir integrieren die neuen Abläufe nahtlos in die gewohnte Arbeitsumgebung unserer Kunden“, verdeutlicht Rainer Marte. „Unsere langjährigen Erfahrungen aus dem digitalen Datenaustausch zwischen Betrieben – etwa mit rona:hub und rona:crossdata – übertragen wir jetzt auf die neuen EU-Prozesse. Ziel ist eine Anbindung, die technisch zuverlässig ist und den Arbeitsalltag nicht behindert, sondern beschleunigt.“
Flexibilität für unterschiedliche Zugangswege
Der ERP-Experte für Unternehmen der Kreislaufwirtschaft verfolgt dabei einen länderspezifischen Ansatz. Während Länder wie Österreich den DIWASS-Zugang über bestehende nationale Systeme – etwa „eVerbringung“ im EDM – organisieren, ermöglichen andere Staaten voraussichtlich den Direktzugang zur DIWASS-Plattform. rona:systems entwickelt daher flexible Module, die beide Zugangswege unterstützen.
rona.at [1]
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 05/2026, Seite 21, Foto: rona:systems GmbH)
