Der Schrottmarkt zeigte sich im Berichtsmonat März weiterhin robust. Nach Informationen der BDSV blieb die Nachfrage der Stahlwerke erfreulich hoch, was zu einer weitgehend stabilen Preisentwicklung führte. Regional und sortenabhängig kam es jedoch zu leichten Schwankungen zwischen minus 10 und plus 20 Euro pro Tonne. Besonders im Süden Europas glichen sich die Preise auf einem leicht nachgebenden Niveau an. Bei konstantem Schrottbedarf blieben die deutschen und europäischen Stahlwerke gut ausgelastet.
Ein auffälliger Trend war der Rückzug türkischer Importeure vom Tiefseemarkt, der bereits im Februar begann und sich im März fortsetzte. Nach einer dreiwöchigen Pause sind türkische Käufer jedoch wieder aktiv am Tiefseemarkt aufgetreten – getrieben durch sinkende Lagerbestände und die Bereitschaft, höhere Preise zu zahlen.
Dazu, wie sich der Schrottmarkt im April entwickelte, lagen bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe (20. April 2026) noch keine aussagekräftigen Daten vor. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten erschweren eine verlässliche Marktprognose. Markteilnehmer gehen aber von einer stabilen Nachfrage der Stahlwerke in Deutschland und Europa aus. Trotz gestiegener Energiepreise wird mit weiter steigenden Schrottpreisen gerechnet, die im April um 10 bis 20 Euro pro Tonne zulegen könnten. Belastend wirken jedoch die um etwa acht Prozent gestiegenen Transportkosten.
Der Ausbruch Iran-Krieges hat zu einem Rückgang der Preise für Industriemetalle geführt. Seit Anfang März bestimmt vor allem der Ölpreis die Metallpreise – allerdings mit umgekehrter Wirkung: Steigende Ölpreise drücken die Metallkurse, mit Ausnahme von Aluminium. Noch im Berichtsmonat März entwickelten sich die Preise für legierte Schrotte sehr positiv und stiegen je nach Sorte und Verfügbarkeit um bis zu 100 Euro pro Tonne. Gegen Monatsende ließ die Nachfrage der Edelstahlwerke jedoch spürbar nach, was zu leichten Preiskorrekturen führte.
Der Iran-Konflikt bedroht die globale Aluminiumversorgung. Aluminium Bahrain hat die Auslieferungen vorläufig eingestellt, und Norsk Hydro musste die Produktion in Katar deutlich reduzieren. Marktanalysten erwarten massive Preissteigerungen für Aluminium in den kommenden Wochen. Auch die Preise für Sekundäraluminiumschrotte haben bereits leicht angezogen. Bei Kupfer hat sich der Preis im März auf rund 12.200 US-Dollar pro Tonne eingependelt (Quelle: IKB Rohstoffpreis-Information vom 2. April 2026). Die Nachfrage der europäischen Metallschmelzwerke für das zweite Quartal ist wieder gestiegen, doch bleiben die Abschläge im physischen Handel hoch.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 05/2026, Seite 32, Foto: O. Kürth)
