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Projekt SoliD-Q: Mit KI und Daten zu besseren Rezyklaten

Das Kunststoff-Zentrum SKZ zeigt gemeinsam mit WeSort.AI GmbH und Hoffmann + Voss GmbH im Projekt SoliD-Q, wie KI-gestützte Sortierung, datengetriebenes Compoun­dieren und digitaler Qualitätsnachweis die Qualität von Rezyklaten signifikant verbessern können. Im Zentrum steht die intelligente Verknüpfung von Sortier-, Prozess- und Qualitätsdaten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – mit dem Ziel, hochreine PCR-Materialien mit chargengenauen Eigenschaften und digitalem Fingerabdruck wirtschaftlich bereitzustellen.

Das industriegetriebene Kooperationsprojekt SoliD-Q denkt den Informationsfluss im Recycling grundlegend neu. Durch die systematische Zusammenführung von Daten aus Sortierung, Verarbeitung und Qualitätssicherung wird die Herstellung hochwertiger Post-Consumer-Rezyklate (PCR) nicht nur präziser, sondern auch effizienter. Ziel ist ein lückenloser digitaler Produktpass, der bereits bei der Sortierung ansetzt. Der Projektstart erfolgte im Februar 2026.

Objektbezogene Sortierung
„Durch die objektbezogene Sortierung trennen wir beispielsweise Shampooflaschen aus HDPE zuverlässig von Lebensmittelverpackungen aus demselben Material. So entstehen hochreine Fraktionen mit klar definierter Produktqualität“, informiert Johannes Laier, Geschäftsführer von WeSort.AI.

Das Projekt wird von einem Konsortium aus WeSort.AI, Hoffmann + Voss und dem SKZ umgesetzt, wobei jeder Partner seine spezifische Expertise einbringt. Ziel ist ein Demonstrator, der hochreine PCR-Materialien mit unmittelbar verfügbaren und chargengenau bestimmten Qualitätsparametern bereitstellt. Gleichzeitig ermöglichen optimierte Verarbeitungsparameter eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit im mechanischen Recycling.

Für jede Charge
SoliD-Q basiert auf dem Zusammenspiel dreier Teilprojekte: WeSort.AI entwickelt die KI-gestützte Objekterkennung zur produktspezifischen Sortierung von Kunststoffabfällen. Laier: „Eine zentrale Herausforderung besteht darin, das System so zu trainieren, dass es Verpackungen trotz Verunreinigungen und Verformungen zuverlässig erkennt.“ Hoffmann + Voss nutzt die gewonnenen Sortierdaten zur Optimierung des Compoundierprozesses. „Die Überführung von Sortierdaten in optimale Prozessparameter ist komplex, bietet aber enormes Potenzial“, erklärt Ansgar Hoffmann, Head of R&D/Production bei Hoffmann + Voss.

Das SKZ wiederum leitet aus den Prozessdaten einen digitalen Qualitätsnachweis ab. „Entscheidend ist, alle verfügbaren Daten ganzheitlich zu betrachten und Schwankungen in den Materialeigenschaften zuverlässig zu erfassen“, erklärt Mingo Kübert, wissenschaftlicher Mitarbeiter am SKZ. Die Ergebnisse werden in einer Infrastruktur für den digitalen Produktpass mit revisionssicherer Hash-Validierung hinterlegt und stehen damit nicht nur in Echtzeit, sondern auch fälschungssicher zur Verfügung.

Klassische Laborproben liefern oft nur punktuelle Stichproben – mit entsprechenden Unsicherheiten. SoliD-Q hingegen ermöglicht eine durchgängige Datenerfassung für jede Charge. Das Ergebnis sind Rezyklate mit konstanten, nachvollziehbaren Eigenschaften. Das stärkt das Vertrauen in PCR-Materialien und erhöht zugleich die Wertschöpfung entlang der gesamten Recyclingkette.

skz.de [1]

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 07/2026, Seite 42, Foto: Luca Hoffmannbeck, SKZ)

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