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Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung nimmt Arbeit auf

Schutz des Meeres, Entwicklung von Technologien zur Munitionsbergung und Ausbildung einschlägiger Expertinnen und Experten: Das sind die Aufgaben des neuen Bundeskompetenzzentrums Munitionsbergung aus dem Meer (BK Meer). An seinem zukünftigen Standort, dem Ocean Technology Campus in Rostock, hat jetzt zur Vorbereitung ein Aufbaustab zur Etablierung seine Arbeit aufgenommen.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Hier am Ocean Technology Campus können sich maritime Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Praxis sinnvoll austauschen. So kann das BK Meer Kompetenzen bündeln.“ Nach Ansicht des Bundesumweltministeriums ist die Bergung von Altmunition in Nord- und Ostsee eine Generationenaufgabe, zu der Deutschland mit dem Bau der ersten Entsorgungsplattform Deutschland zur Bergung von Altmunition weltweit Pionierarbeit leistet. Dafür hat die Bundesregierung ein mehrjähriges umfangreiches Sofortprogramm „Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee“ für die Bergung und Entsorgung von Altmunition in deutschen Meeresgewässern aufgelegt und der Bund 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Unterstützend Anteil nehmen
Inzwischen haben erste Erkundungs- und Bergemaßnahmen, sogenannte Pilotierungen, in der Lübecker und Mecklenburger Bucht in den Jahren 2024 und 2025 nachgewiesen, dass eine sichere und umweltgerechte Bergung generell machbar ist. Doch vorerst besteht hierzu weiter technischer Optimierungsbedarf, und auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Verwaltungseinheiten von Bund und Ländern bei der Umsetzung des Sofortprogramms muss sich noch einspielen. An diesen Prozessen soll das BK Meer unterstützend Anteil nehmen.

Einer Erprobungsphase wird sich nach Darstellung des Bundesumweltministeriums die Zielsetzung anschließen, die weltweit erste schwimmende Entsorgungsanlage zu bauen, um aus dem Meer geborgene Altmunition direkt auch auf dem Meer zu entsorgen. Hierbei soll das BK Meer „zukünftige wichtige unterstützende Aufgaben“ übernehmen. Allerdings läuft noch das Vergabeverfahren zur Konstruktion dieser Entsorgungsplattform, mit deren Inbetriebnahme aktuell Ende 2028 gerechnet wird. Doch soll das neue Bundeskompetenzzentrums bereits jetzt durch einen Masterstudiengang Sustainable Maritime Engineering an der Universiät Rostock neue Impulse zum Thema Ausbildung setzen. Auch soll die Schaffung von Plätzen in einschlägigen Ausbildungsberufen zum Erfolg bei Bergung und Entsorgung von Altminition beitragen.

Auf Künstliche Intelligenz übertragen
Nach Ansicht der Baltic Taucherei- und Bergungsbetrieb Rostock GmbH liefert BK Meer für Unternehmen mit maritimen Einsatzbereichen und Bergungsexpertise ein deutliches Signal: „Die Munitionsbergung entwickelt sich zunehmend von einzelnen Pilotprojekten zu einer langfristigen nationalen Aufgabe.“

Außerdem dürften sich mit steigender Expertise langfristig Aufwand und Gefahr der Munitionsbergung reduzieren lassen. So zitiert das RedaktionsNetzwerk Deutschland Eyk-Uwe Pap, den Chef des Bergungsunternehmens Baltic Diver, mit den Worten: Man arbeite daran, „das aufwändig erworbene Expertenwissen der Taucher auf Künstliche Intelligenz zu übertragen. Dann könnten künftig Roboter die aufwändige Identifizierung des verklumpten Materials übernehmen.“

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 08/2026, Seite 10, Foto: MSV, KI-generiert)