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Unsichtbare Barcodes im Verpackungsrecycling – wie weit ist die Technologie?

Verpackungsmaterialien zuverlässiger identifizieren: Hierbei können unsichtbare Barcodes, auch digitale Wasserzeichen genannt, helfen. Verpackungen werden mit maschinenlesbaren Informationen ausgestattet, die von Sortieranlagen unter industriellen Bedingungen erkannt werden können.

Auf dem diesjährigen „Impack’t Day“ im südfranzösischen Pertuis wurde gezeigt, wie weit die Technologie inzwischen ist. Die von Pellenc Selective Technologies und GS1 Europe organisierte Veranstaltung brachte rund 60 Fachleute aus der Recyclingwertschöpfungskette zusammen und setzte auf Live-Demonstrationen unter realen Sortierbedingungen.

Besonders relevant für flexible Verpackungen
Technisch basieren digitale Wasserzeichen auf minimalen, im Druckbild oder Substrat integrierten Modulationen. Spezielle Kameras und Auswertungsalgorithmen können diese Signale in Echtzeit dekodieren, selbst bei zerknitterten oder verschmutzten Verpackungen. Erfasst werden können dabei nicht nur grundlegende Produktinformationen, sondern auch Materialzusammensetzung, Recy­clinghinweise und Chargendaten.

Besonders relevant ist die Technologie für flexible Kunststoffverpackungen. Folien, Beutel und Tüten gehören zu den schwersten Fällen im Sortierprozess, weil sie sich mit herkömmlicher Technik nur unzureichend erfassen lassen. Genau hier könnte die neue Identifikationstechnik die Ausschleusung in geeignete Recyclingströme verbessern.

Technische Machbarkeit allein reicht nicht aus
Der fachliche Konsens auf dem „Impack’t Day“ war dennoch nüchtern: Die technische Machbarkeit allein reicht nicht aus. Entscheidend sind offene Standards, Interoperabilität und die Einbindung aller Akteure entlang der Kette – von Markeninhabern und Druckereien bis zu Sortieranlagenbetreibern und Recyclern.

Auch regulatorisch gewinnt das Thema an Relevanz. Mit der europäischen Verpackungsverordnung und weiteren Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft steigt der Druck, Verpackungen besser rückverfolgbar und sortierbar zu machen. Unsichtbare Barcodes könnten dafür eine wichtige Dateninfrastruktur liefern. Offen bleiben Fragen zu Kosten, Standardisierung und Datennutzung. Klar ist aber: Die Technologie entwickelt sich von der Pilotphase in Richtung industrieller Anwendung und könnte insbesondere bei schwer recycelbaren Kunststoffverpackungen zum strategischen Baustein werden.

pellencst.com [1]

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 08/2026, Seite 14)