Bergbau in Finnland: Erweiterungspläne für bestehende Gruben

Die Vorhaben konzentrieren sich auf die Provinz Lappland und werden politisch gefördert. Allerdings regt sich auch Widerstand. Und einige Branchenunternehmen müssen deutliche Umsatzrückgänge verkraften.     

Den Informationen nach will der AgnicoEagle-Konzern mittelfristig rund 280 Millionen Euro für die weitere Goldgewinnung am Standort Suurikuusikko in Kittilä aufwenden. Der Investor First Quantum wiederum veranschlagt für die Erweiterung seines Kevitsa-Tagebaus 200 Millionen Euro. Dieser befindet sich auf dem Gebiet der Kommune Sodankylä. Dort gibt es neben Kupfer auch Gold-, Palladium-, Platin- und Nickelvorkommen. Das vom Investitionsvolumen her größte anstehende Projekt ist gegenwärtig die neue Sakatti-Mine, die ebenfalls auf dem Areal von Sodankylä liegt. Der Angloamerican-Konzern will hier bis zu drei Milliarden Euro in den Abbau von Kupfer-, Nickel- und Platinbeständen investieren.

Bis zu 1,5 Milliarden Euro umfasst das Investitionsvolumen des Unternehmens Gold Fields Arctic Platinum Oy für die Suhanko-Grube bei Ranua, die 2017 ihren Betrieb zur Gewinnung von Gold, Platin, Nickel und Kupfer aufnehmen soll. Und 700 Millionen Euro sind für die Einrichtung der Apatit-Grube in Sokli vorgesehen. Der Investor Yara Oy würde dort gerne ab 2017 fördern, wünscht sich aber bis dahin eine öffentlich-subventionierte Bahnanbindung an die Station Salla. Hierüber ist noch nicht entschieden. Ebenfalls unklar ist die Realisierung der 450 Millionen Euro teuren Mustavaara-Mine in Taivalkoski. Dort möchte das Betreiberunternehmen Mustavaaran Kaivos Oy ab 2017 Eisen und Vanadium ans Tageslicht bringen, doch gegen die bereits erteilten Genehmigungen läuft eine gerichtliche Anfechtung.

Investorenfreundliche Gesetze

In Finnland hat die nationale Förderagentur für Technologie und Innovation Tekes das Programm „Green Mining“ aufgelegt, das Projekte und Maßnahmen im Umfang von 60 Millionen Euro ermöglicht. Die Hälfte dieses Geldes stammt von Tekes. Das Programm läuft noch bis 2016. Um Finnland zu einer Führungsrolle in der Abbauindustrie zu verhelfen, hat das finnische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Weiteren einen speziellen Aktionsplan vorgestellt.Inzwischen wurde auch das nationale Bergbaugesetz aus dem Jahr 2011 in Teilen ergänzt. Durch eine Änderung vom 27. Juni 2014 können Investoren nun unter anderem nicht nur laufende Erz-, sondern auch Golderforschungen auf Beschluss der Bergbaubehörde zunächst fortsetzen – selbst dann, wenn die erteilte Genehmigung bei einem Gericht angefochten wird. Dies gilt aber nicht für alle Rohstoffe.

Ein schlechtes Geschäftsjahr

Zuletzt haben sich führende finnische Bergbaugesellschaften sehr unterschiedlich entwickelt: Umsatzsteigerungen haben im letzten Geschäftsjahr die Branchenunternehmen Outokumpu Chrome Oy (+ 60,9 %), FQM Kevitsa Mining Oy (+55,0 %), Seepsula Oy (+24,4 %) und SMA Mineral Oy (+19,8%) erzielt – vor allem aufgrund von Förderausweitungen. Andere führende Bergbaufirmen haben dagegen ein schlechtes Geschäftsjahr erlebt: Starke Umsatzrückgänge verzeichnen Belvedere Mining Oy (-69,9 %), Lappland Goldminers Oy (-61,5 %), Talvivaara Sotkamo Oy (-45,7 %), die Arctic Drilling Company Oy Ltd. (-42,4 %) und Endomines Oy (-29,4 %). Die Gesellschaften Talvivaara Sotkamo Oy und Lappland Goldminers Oy befinden sich seit Ende 2014 im Insolvenzverfahren.

Ausrüstungen: Weniger Auslandseinkäufe

Die finnischen Importe für Bergbau- und Fördertechnik lagen zuletzt niedriger. Zwar waren die Einfuhren von Bergbauausrüstungen im ersten Halbjahr 2014 leicht höher als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres (+0,6 %), zuvor waren sie jedoch 2013 insgesamt um 9,3 Prozent gesunken.

Bei Hebe- und Fördertechnik waren die finnischen Auslandskäufe 2013 um 6,5 Prozent und zwischen Januar und Juni 2014 nochmals um 3,3 Prozent gesunken – jeweils gegenüber demselben Vorjahreszeitraum. Die finnischen Ausfuhren von Bergbauausrüstungen 2013 mit einem Volumen von 431,8 Millionen Euro haben die Importe (92,4 Mio. Euro) bei Weitem übertroffen. Auch bei Hebe- und Fördertechnik war Finnlands Export (845,4 Mio. Euro) weit höher als der Import (401,9 Mio. Euro).

Quelle: Germany Trade & Invest

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