Chinas Altpapierimporte brechen weiter ein

Schon 50 Papierfabriken mussten schließen, die Altpapiereinfuhren sind in 2014 um 15 Prozent zurückgegangen und könnten in diesem Jahr noch weiter zurückgehen.

Wie das Bureau of International Recycling (BIR) berichtete, sind die Einfuhrmengen von Altpapier in China im ersten Quartal 2015 auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen – möglicherweise bedingt durch schlechte Lieferqualitäten aus Europa. Auch die stärkere Altpapier-Nachfrage in Europa könnte ursächlich dafür sein. Verbandspräsident Ranjit Singh Baxi sieht hier eher einen Zusammenhang mit der chinesischen Umweltgesetzgebung, die strenger vollzogen werde. So seien schon 50 Papierfabriken in der Volksrepublik zwangsgeschlossen worden, weil sie diesbezügliche Bestimmungen und Auflagen nicht erfüllten. Ob der Importeinbruch weiter anhält, dazu wollte sich der Experte nicht äußern. Für eindeutige Aussagen und seriöse Prognosen zur Marktentwicklung sei es noch zu früh, so Baxi. Genaueres ist wohl erst auf der BIR-Herbsttagung Ende Oktober in Prag zu erfahren.

Der BIR-Datenlage für die ersten drei Monate 2015 zufolge beliefen sich die weltweiten Altpapierimporte Chinas in diesem Zeitraum auf rund 6,3 Millionen Tonnen. Machten die Einfuhrmengen im letzten Jahr noch etwa 27,4 Millionen Tonnen aus – gegenüber 2013 bereits ein Rückgang von vier Millionen Tonnen und 15 Prozent, könnten es im Gesamtjahr 2015 weniger als 26 Millionen Tonnen sein. Das läge unter dem letztgemessenen Import-Tiefstand von 2011 mit 27,2 Millionen Tonnen. Gesamteuropa lieferte im vergangenen Jahr circa 7,6 Millionen Tonnen Altpapier nach China, die Quote sank um 17 Prozent im Vergleich zu 2013. Deutschland exportierte damals knapp 419.000 Tonnen und 2014 lediglich 219.000 Tonnen in die Volksrepublik. Einzig Spanien und Großbritannien unter den europäischen Ländern steigerten im letzten Jahr ihre Ausfuhrmengen um 35 Prozent auf 168.000 beziehungsweise 6,8 Prozent auf rund 0,89 Millionen Tonnen. Einen Zuwachs von zwölf Prozent verbuchten auch die Exportländer Afrikas, während die Importmengen aus Nord- und Südamerika sowie Asien, Australien und Neuseeland mit elf, 21 und 28 Prozent in 2014 deutlich zurückgingen.

Foto: O. Kürth

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