Metallwirtschaft: Jedes zweite Unternehmen rechnet mit Abschwung

Die deutsche Metall- und Metallrecyclingbranche rechnet im vierten Quartal 2015 mit einer deutlichen Verschlechterung ihrer Geschäftslage.

Das geht aus der neuen Geschäftsklimaumfrage des Verbandes Deutscher Metallhändler e. V. (VDM) hervor. Danach gehen 47 Prozent der Firmen davon aus, dass sich im vierten Quartal dieses Jahres ihre Geschäftslage verschlechtert – das sind 16 Prozent mehr als noch im Quartal zuvor. Thomas Reuther, Präsident des VDM, zu den Gründen: „In der VW-Krise sehen viele Zulieferer, die Metalle wie Kupfer oder Aluminium herstellen oder handeln, ein erhebliches Risiko. Zudem entwickelt sich der Maschinenbau in Deutschland weniger dynamisch als erhofft.“ Einfluss auf die schlechte Stimmung habe auch die schwache Entwicklung auf wichtigen Absatzmärkten in Asien und Europa. Laut der VDM Geschäftsklimaumfrage rechnen im vierten Quartal lediglich neun Prozent der Firmen in Deutschland mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, 44 Prozent gehen von einer Stagnation aus.

Die aktuelle Versorgung des Marktes mit Schrotten und Metallen fällt im Urteil gleichsam negativ aus: Über die Hälfte der Händler (53 Prozent) bezeichnet die Angebotslage als „schlecht“ – das sind fast ein Viertel mehr als noch vor drei Monaten. Nur neun Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sich die Marktversorgung in den vergangenen drei Monaten verbessert habe. Und in den kommenden drei Monaten werden Angebotsengpässe erwartet: 22 Prozent der Befragten – und damit fast ein Viertel der Unternehmen der Branche – rechnet im Verlauf des vierten  Quartals mit einer Verschlechterung der Marktversorgung. Hinsichtlich der Preisentwicklung kalkulieren 39 Prozent der befragten Metallhändler mit sinkenden Preisen für Kupfer, 35 Prozent gehen jedoch von steigenden Preisen aus. Eindeutiger ist das Bild bei Aluminium: Hier rechnen 72 Prozent mit stabilen Preisen, 20 Prozent gehen von fallenden Preisen aus. Bei Blei (78 Prozent) und Zink (67 Prozent) rechnet die Mehrheit ebenfalls mit stagnierenden Preisen.

Foto: Marc Weigert

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