Modernste Technik für sortenreine Wertstoffe in Frankreich
Die im Juli 2025 eröffnete Abfallsortieranlage ValcopIA setzt neue Maßstäbe für Sortierzentren in Frankreich.
ValcopIA ist ein Projekt unter der Federführung von Decoset, einem Zweckverband im französischen Departement Haute-Garonne. Maschinenbauer Pellenc ST trägt mit seiner neuesten Generation von Sortiergeräten zur Leistungsfähigkeit bei: Insgesamt sind 21 Maschinen des Typs Mistral+ Connect im Einsatz, um 13 Wertstofffraktionen rückzugewinnen. Darüber hinaus analysieren 13 KI-gestützte AISEE-Portale die Qualität der Abfallströme in Echtzeit und unterstützen das Performance-Management.
Zwei Sortierlinien
ValcopIA soll Verpackungsabfälle von über einer Million Einwohnern in der Region Toulouse recyceln; das entspricht 68.000 Tonnen Abfällen pro Jahr aus der Abfalltrennung. Der Prozess umfasst zwei Sortierlinien, die jeweils eine Kapazität von 10,75 Tonnen pro Stunde haben und parallel laufen. Aufgabebunker, von denen einer mit einem Sacköffner ausgestattet ist, Ballenöffner, Scheibensiebe, Ballistik-Separatoren, eine Siebtrommel, Überbandmagnete und Wirbelstrom-Abscheider – insgesamt 14 Maschinen führen eine fortschrittliche mechanische Sortierung durch, bevor die 21 optischen Sortierer des Typs Mistral+ Connect die Feintrennung der Materialien vornehmen.
Die beiden Linien sind mit neun Maschinen für die Trennung Flachkörper („2D“) und zwölf Maschinen für die Sortierung Hohlkörper („3D“) ausgestattet. Bei den Faserstoffen werden drei Papierfraktionen (inklusive reinem Büropapier) und zwei Arten von Karton sortiert. Für die Polymersortierung sind zwölf weitere Maschinen im Einsatz. Darüber werden fünf Kunststoffsorten erstellt: PE/PP, Tetra, PET und flexible sowie starre Mischkunststoffe (spezifische französische Anfrage).
Um eine effiziente Sortierung leichter Fraktionen zu gewährleisten, hat Pellenc ST den „Turbosorter“ an den neun Maschinen für die Sortierung flacher Gegenstände installiert. Der Turbosorter stabilisiert leichte Gegenstände auf dem Förderband. Er ist erforderlich, wenn Mistral+ Connect-Maschinen mit der „Top Speed“-Option für eine hohe Leistung mit 4,5 Metern pro Sekunde ausgestattet sind. Eine weitere Innovation ist die Aerolight-Abwurfhaube zum Sortieren von leichtem Papier und Folie. Die abgesenkte Deckenhöhe und die Überdruckflügel mit spezifischem Profil vermeiden Turbulenzen und ermöglichen eine kontrollierte Wurfbahn der ausgeblasenen Objekte. Die gesamte Anlage wurde speziell für die Verbesserung der Luftstrombedingungen entwickelt.
KI-basierte Qualitätsanalyse
Die Qualitätskontrolle erfolgt in der Sortierkabine. Die Sortiermitarbeiter arbeiten in zwei Teams an elf Förderbändern. Ihre Arbeit wird durch die neuesten Entwicklungen von Pellenc ST im Bereich der künstlichen Intelligenz ergänzt. AISEE-Portale (ausgesprochen wie im Englischen: „I see“) dienen dazu, die Reinheit von fast allen Ausgangsströmen zu überprüfen. Sie befinden sich am Ende der Förderbänder und überwachen kontinuierlich die Qualität der Wertstoffe, die Verwertungsrate und die Gesamteffizienz des Sortierzentrums.
Eine letzte AISEE-Einheit ist am Reststoffförderband installiert. Diese an verschiedenen Stellen des Prozesses platzierten Maschinen liefern Echtzeitinformationen über die Zusammensetzung des Abfallstroms. AISEE erweist sich als ideales Tool zur Beschleunigung der Inbetriebnahme und zur Entscheidung für Optimierungen. Die erfassten und analysierten Daten werden in personalisierte Dashboards und Berichte übersetzt, die in der Anwendung „Smart & Share“ abgerufen werden können. Diese Datenbasis ist für die Betreiber unerlässlich, um die erforderlichen Reinheitsgrade zu garantieren, Abweichungen zu erkennen und zu korrigieren.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 01/2026, Seite 38, Foto: Pellenc ST)





