Knauf Gruppe investiert in Recyclinganlage für Mineralwolle-Abfälle
Der Hersteller von Baustoffen und Bausystemen treibt den Ausbau der Kreislaufwirtschaft im Bausektor weiter voran. Mit einer Investition von 30 Millionen Euro entsteht am Standort Ferndorf in Kärnten eine Recyclinganlage für Mineralwolle-Abfälle. Glaswolle und Steinwolle aus Bau, Sanierung und Rückbau werden als Rohstoffe wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt.
Für die Anlage von Knauf Insulation wurde nun die Baugenehmigung erteilt. Die Inbetriebnahme ist bis Ende des Jahres geplant. Mit dem Projekt schafft das Unternehmen in Österreich eine zukunftsweisende Lösung für den Umgang mit Mineralwolle-Abfällen – auch vor dem Hintergrund, dass in Österreich ab dem 1. Januar 2027 ein Deponierungsverbot für sogenannte künstliche Mineralfasern gilt, also für Glas- und Steinwolle. Damit gewinnt der Aufbau effizienter Rücknahme- und Recyclingstrukturen an Bedeutung.
Die neue Anlage in Ferndorf ist darauf ausgelegt, Mineralwolle aus ganz Österreich anzunehmen und aufzubereiten. Dafür wird gemeinsam mit dem Umsetzungspartner ABCO Abfallconsulting GmbH ein österreichweites Sammelsystem mit Übernahmestellen aufgebaut. Über die Plattform mineralwolle-recycling.com bestellen private Bauherren ebenso wie Bauunternehmen bereits Big Bags. ABCO organisiert die Abholung und die Logistik zum Standort Ferndorf. Ergänzend verantwortet das Unternehmen das Qualitätsmanagement. Verbindliche Übernahmekontrollen unterstützen die Sicherung der Materialqualität entlang des gesamten Prozesses. In Ferndorf soll noch dieses Jahr das Material in einem patentierten Schmelzverfahren zu einem hochwertigen Granulat verarbeitet werden, das ohne weitere Aufbereitung zum Beispiel im rund 125 Kilometer entfernten Knauf-Insulation-Werk in Škofja Loka, Slowenien als Rohstoffersatz zum Einsatz kommt.
Knauf investiert außerdem in das Gipsrecycling. Dazu hat die Gruppe bereits Joint Ventures mit lokalen Partnern in Bayern und in Frankreich angekündigt. Im bayerischen Neuhof an der Zenn soll bis 2027 die modernste Gipsrecyclinganlage ihrer Art entstehen.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 10/2026, Seite 23, Foto: Gebr. Knauf KG)






