BMW Group und PreZero schließen Kooperationsvertrag
Die BMW Group und PreZero (Schwarz Gruppe) gehen einen wichtigen Schritt in Richtung einer kreislaufgerechten Zukunft. Beide Unternehmen unterzeichneten auf dem Campus des IPAI (Innovation Park Artificial Intelligence) in Heilbronn einen strategischen Kooperationsvertrag, um die Kreislaufwirtschaft in der europäischen Automobilbranche entscheidend voranzubringen.
Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung eines Geschäftsmodells zur Verwertung von Altfahrzeugen, um einen geschlossenen Material- und Verwertungskreislauf zu etablieren.
Vom Altfahrzeug zur Materialquelle
Die beiden Unternehmen wollen im Rahmen der Kooperation die strategischen und wirtschaftlichen Potenziale der Kreislaufwirtschaft im Bereich der Altfahrzeugverwertung heben. Gleichzeitig werden die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie angegangen: Rohstoffabhängigkeiten sollen perspektivisch reduziert und Lieferketten resilienter gestaltet werden. Die gemeinsame Initiative setzt genau hier an: Durch die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells für einen innovativen Material- und Verwertungskreislauf sollen Altfahrzeuge konsequent als strategische Materialquelle genutzt werden.
Zunächst sollen Komponenten eines Fahrzeugs durch weitere Nutzung möglichst lange im Kreislauf gehalten werden. In einem weiteren Schritt ist es das Ziel, durch innovative Verwertungsprozesse mehr hochwertige Recyclingmaterialien und Rohstoffe für den weiteren Einsatz zu gewinnen. Der Bedarf an Primärrohstoffen würde so deutlich gesenkt werden.
Das Fundament der Zusammenarbeit
Das Fundament der Kooperation bildet die Entwicklung des Geschäftsmodells, das die umfangreiche Verwertung von Altfahrzeugen sicherstellt. Im Rahmen der Zusammenarbeit werden gemeinsam innovative, effiziente Verwertungsprozesse für Altfahrzeuge verprobt und zur Serienreife gebracht sowie neue Ansätze für das Stoffstrommanagement erarbeitet.
Ein zentraler Baustein ist der Wissenstransfer: Von der Montagelinie bis zur Recycling-Pipeline bringt die BMW Group ihre Expertise aus dem „Design for Recycling“, Erkenntnisse aus der Altfahrzeugverwertung im eigenen Recycling- und Demontagezentrum (RDZ) sowie Material- und Fertigungskompetenz ein. PreZero steuert das Know-how für europäische Stoffströme und Sortiertechnologien bei. Hierbei greift das Unternehmen auch auf seine umfassende Expertise als einer der führenden Batterierecycler in Europa zurück. Gleichzeitig stärkt die Kooperation die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der Automobilbranche. Ziel ist es, Komponenten wiederzuverwenden („Reuse“) und anschließend Wertstoffe wie Stahl, Aluminium, Kunststoffe sowie Batterierohstoffe zurückzugewinnen („Recycle“). Zudem steht die Kooperation im Einklang mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie und den Resilienzbestrebungen der Europäischen Union.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 03/2026, Seite 20, Foto: PreZero)











