Schreddermotor überwindet Blockaden

Menzel Elektromotoren konstruiert und fertigt Motoren für diverse Hochleistungs-Schredderanwendungen, von der Holzindustrie bis zur Recyclingbranche. Der Hersteller baut sowohl Kurzschluss- als auch Schleifringläufermotoren für diese anspruchsvollen Aufgaben mit starken, unregelmäßigen Schwingungen und Stößen, prüft sie auf Last und bietet auch einen Instandhaltungsservice an.

Jüngst ersetzte Menzel einen Schleifringläufermotor, der wegen Überlastung ausgefallen war. Ein ursprünglich für Mischschrott ausgelegter Schredder wurde nun verwendet, um ganze Autokarosserien zu zerkleinern. Dadurch übertrugen sich besonders starke Vibrationen auf den Motor und störten den Kontakt zwischen Kohlebürsten und Schleifringen, sodass es zu Funkenschlag, Bürstenfeuer und einer schweren Beschädigung der Schleifringe kam.

Menzel, ein Mittelständler aus dem Nordwesten von Berlin mit einem großen Lagerbestand, hatte einen geeigneten Motor zur Hand und stattete diesen kurzfristig für die Anwendung aus. Der Schleifringläufermotor bietet sich für die Schredderanwendung besonders an, weil er aus dem Stillstand das volle Anlaufmoment zur Verfügung stellen kann. Zum Anlaufen und bei Blockaden muss die Anlage nicht unbedingt zuerst leergeräumt werden, sondern der Motor kann in vielen Fällen auch den vollen Schredder starten.

Signifikante Verbesserungen
Der Hersteller wählte gezielt abriebfeste Bürsten aus, setzte in den Bürstenhaltern Federn mit starkem Anpressdruck ein und verbaute mehr Bürsten, sodass die Kontaktfläche ausreichend groß ist, um den Strom abzuführen, falls doch einmal eine Bürste abgehoben wird. Ergänzend gab es ein Bündel an Maßnahmen zur Schwingungsdämpfung und -aufnahme sowie zur Motorüberwachung. Auf der Antriebsseite baute Menzel ein Pendelrollenlager ein, das Stöße absorbiert, leichte Schräglagen der Welle ausgleicht und bei guter Instandhaltung eine lange Nutzbarkeit in der Schredderanwendung erreicht.

Menzel unterstützte im Austausch mit dem Anlagenbauer und dem Anwender die Festlegung neuer Best-Practice-Regeln: Karossen werden zukünftig vor Einwurf in die Anlage zerteilt, speziell E-Auto-Karosserien mit ihren besonders schwer zu zerkleinernden Unterböden, die rund um die Antriebsbatterie verstärkt sind. Außerdem führte das Unternehmen eine Betriebsschwingungsanalyse durch, installierte Temperatur- und Vibrationssensoren zur kontinuierlichen Überwachung der Wälzlager und half bei der Einrichtung eines wirksamen Wartungsplans. Die Verfügbarkeit der Anlage hat sich seitdem signifikant verbessert.

 

Die Menzel Elektromotoren GmbH mit Hauptsitz in Hennigsdorf bei Berlin produziert und vertreibt seit 1927 Elektromaschinen. Der Mittelständler ist auf die Lieferung größerer Elektromotoren inklusive Sonderausführungen innerhalb kürzester Zeit spezialisiert – das Produktspektrum enthält Hoch- und Niederspannungs- sowie Gleichstrommotoren, Transformatoren sowie Frequenzumrichter.

Menzel fertigt Motoren im Leistungsbereich bis über 25 MW und passt lagervorrätige Motoren kurzfristig anwendungsspezifisch an. Um kurze Lieferzeiten zu gewährleisten, unterhält das Familienunternehmen ein großes Lager mit über 20.000 Motoren bis 15 MW. Zu einer hohen Zuverlässigkeit tragen qualifiziertes Engineering, ein erfahrenes Team und moderne Bearbeitungs- und Prüfeinrichtungen bei. Der Hersteller betreibt Niederlassungen in Schweden, Großbritannien, Frankreich und Italien und kooperiert weltweit mit zahlreichen Partnern.

menzel-motors.com

 

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 07/2026, Seite 39, Foto: Menzel Elektromotoren GmbH)