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Rechenzentren gehören zur Basisinfrastruktur

Die Bevölkerung in Deutschland ist neuen Rechenzentren gegenüber deutlich offener, als die Debatten über ihren Energieverbrauch vermuten lassen. So würden zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) einem neuen Rechenzentrum am eigenen Wohnort positiv gegenüberstehen. 40 Prozent wären sogar sehr positiv eingestellt. Rund ein Viertel (25 Prozent) würde einen Neubau hingegen eher oder sehr negativ sehen. Gleichzeitig finden 88 Prozent, dass Rechenzentren zu viel Energie verbrauchen.

Das zeigt eine repräsentative Befragung unter 1.006 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Rechenzentren sind das Rückgrat der digitalen Welt und werden durch KI noch wichtiger, für Wirtschaft und Verwaltung ebenso wie für unseren Alltag. Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir diese Infrastruktur brauchen, sondern wie wir ihren Ausbau möglichst effizient und ohne Beeinträchtigungen von Mensch und Natur gestalten“, kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Dass die Bundesregierung die jeweiligen Kommunen künftig stärker am Gewerbesteuer­aufkommen von Rechenzentren beteiligen will, schafft im Fall der Fälle finanzielle Kompensation und sollte so auch umgesetzt werden.“

Besser erklären, wofür sie gebraucht werden
Die Bedeutung von Rechenzentren wird unter der Bevölkerung inzwischen als sehr hoch eingeschätzt: Für 82 Prozent gehören Rechenzentren heute zur Basisinfrastruktur Deutschlands, ähnlich wie Strom, Wasser oder Straßen. 73 Prozent sind der Meinung, Deutschland brauche mehr Rechenzentren. Auch der Standort spielt eine Rolle: Für 72 Prozent ist es sehr oder eher wichtig, dass ihre Daten in Rechenzentren in Deutschland verarbeitet werden. Die hohe Zustimmung bedeutet allerdings nicht, dass neue Rechenzentren lokal immer und überall auf Zustimmung stoßen. In einzelnen Kommunen gibt es Widerstand gegen konkrete Projekte. Dementsprechend wünschen sich 92 Prozent, dass besser erklärt wird, wofür neue Rechenzentren gebraucht werden. 83 Prozent haben zumindest eine grobe Vorstellung davon, was ein Rechenzentrum ist und was dort passiert.

Rohleder: „Betreiber und Kommunen müssen frühzeitig erklären, welchen Nutzen ein Rechenzentrum hat, welche Auswirkungen vor Ort entstehen und wie mit Energie, Wasser, Fläche und anderen Ressourcen umgegangen wird.“ Auch mit Blick auf die digitale Souveränität seien eigene Rechenzentrumskapazitäten bedeutend. Wer bei Cloud und KI dauerhaft von Infrastruktur außerhalb Europas abhängig sei, mache sich auch wirtschaftlich und technologisch abhängig. „Deutschland muss im internationalen Wettbewerb um Rechenzentren attraktiver werden“, fordert Bernhard Rohleder. Dazu gehörten wettbewerbsfähige Stromkosten, ein schnellerer Zugang zum Stromnetz und deutlich kürzere Genehmigungsverfahren.

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 10/2026, Seite 19)

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