Stadler bringt die Branche beim Summit 2026 zusammen
Die Veranstaltung mit 50 Teilnehmern aus zehn Ländern, darunter Vertreter mehrerer führender Recyclingunternehmen und internationale Fachjournalisten, bot am Unternehmenssitz in Altshausen eine Plattform, um sich über die Zukunft von Sortierung und Recycling auszutauschen, und gipfelte in der Einweihung des neuen Stadler Testzentrums.
Das Stadler Summit 2026 vermittelte praxisnah, wie die Stadler Gruppe Konstruktion, Produktion, digitale Technologien und Lifecycle-Services miteinander verbindet, um unterschiedlichen betrieblichen und marktseitigen Anforderungen gerecht zu werden. Das Programm startete mit Präsentationen zum neuen Air Drum Sifter, zu digitalen Lösungen für eine optimierte Anlagenleistung, zu technischen Innovationen für Sortieranlagen der nächsten Generation und zum umfassenden Serviceangebot des Unternehmens. Anschließend folgte eine Führung durch die Produktionsanlagen von Stadler.
Die offizielle Einweihung des neuen Stadler Testzentrums wurde von Julia und Willi Stadler vorgenommen. Es folgte eine Live-Demonstration ausgewählter STADLERconnect-Module. HDPE, PET und Folien wurden verarbeitet, um zu zeigen, wie in der Einrichtung unterschiedliche Kunststofffraktionen unter realistischen Betriebsbedingungen getestet werden können. „Der Summit war als weit mehr als eine Unternehmenspräsentation konzipiert. Er bot die Gelegenheit, unseren Kunden zuzuhören, Erfahrungen auszutauschen und darüber zu diskutieren, wie sich die Recyclingindustrie weiterentwickelt“, resümiert Julia Stadler, Co-CEO der Stadler Gruppe. „Indem wir Konstruktion, Fertigung, Digitalisierung und Service zusammenführen, können wir unsere Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Anlagen hinweg unterstützen und ihnen helfen, auf ihre individuellen betrieblichen und marktseitigen Anforderungen zu reagieren.“
Altshausen – Konstruktion und Produktion
Die Gäste erhielten bei einer Führung hinter die Kulissen des Hauptsitzes von Stadler Anlagenbau in Altshausen Einblicke in den Standort, an dem mehr als 350 Beschäftigte auf über 20.000 Quadratmetern Produktions- und Logistikfläche arbeiten. Der Rundgang führte durch Lager und Logistik, Blechbearbeitung, Roboterschweißen, Pulverbeschichtung und Endmontage und bot einen unmittelbaren Einblick in die „Made in Germany“-Fertigungskompetenz des Unternehmens.
Am Standort Altshausen entstehen Maschinen und Komponenten für maßgeschneiderte Sortieranlagen, darunter Fördersysteme, Ballistikseparatoren, Air Drum Sifter, Dosiersysteme und Sortierkabinen. Jüngste Investitionen in neue Schweißroboter und ein vertikales CNC-Bearbeitungszentrum haben die Fertigungsmöglichkeiten weiter gestärkt. Durch die interne Abwicklung dieser Prozesse behält Stadler die direkte Kontrolle über Qualität, Präzision und Liefertermine und ermöglicht zugleich eine enge Zusammenarbeit zwischen Konstruktion, Fertigung und Montage.
Neues Testzentrum verbindet
Das Summit fand seinen Höhepunkt in der Einweihung des neuen Stadler Testzentrums, das sich über mehrere Hallen auf rund 2.160 Quadratmeter erstreckt; 726 Quadratmeter davon sind der Testanlage und den Maschinen gewidmet. Das Testzentrum wurde in erster Linie für die Konstruktionsabteilung entwickelt und wird Grundlagenversuche, die Entwicklung von Prototypen sowie die Optimierung von Maschinen, Komponenten und digitalen Lösungen unterstützen.
Das Testzentrum umfasst Beispiele für jeden am Standort Altshausen gefertigten Maschinentyp sowie digitale Lösungen wie den AI Material Compass, Volume Flow Sensoren und STADLERconnect. Es wird für Tests mit Kunststofffraktionen und Textilien sowie zur Bewertung neuer Maschinenkonzepte, darunter verschiedene Windsichtermodelle, eingesetzt. Kunden können ihre eigenen Materialien testen, Verarbeitungsparameter optimieren und unterschiedliche Maschinenkonfigurationen vergleichen und so durch validierte Testergebnisse ihr Investitionsrisiko reduzieren. Das Testzentrum bietet außerdem praxisnahe Schulungen für Bedien- und Servicepersonal und unterstützt Kunden dabei, einen konstanten Durchsatz, eine hohe Anlagenverfügbarkeit sowie bestmögliche Rückgewinnungs- und Reinheitsgrade zu erreichen.
Ein ergänzendes Netzwerk
Das neue Testzentrum in Altshausen ergänzt Stadlers Test & Innovation Center in Krško, Slowenien. In Krško befindet sich auch der zweite Produktionsstandort des Unternehmens, an dem Siebtrommeln, Delabeler und die elektrischen Komponenten für die Stadler-Sortieranlagen gefertigt werden. Während sich das Testzentrum in Altshausen auf eigene Technologien und kundenspezifische Versuche konzentriert, kombiniert die Einrichtung in Krško Stadler-Maschinen mit zusätzlichen Technologien, darunter Zerkleinerung, Magnet- und Wirbelstromabscheidung sowie NIR-Sortierung, um Materialversuche in größerem Maßstab und eine umfassende Prozessvalidierung durchzuführen. „Das neue Testzentrum schafft eine direkte Verbindung zwischen unserem Konstruktions-Know-how, praktischen Tests und den realen Anforderungen unserer Kunden“, erklärt Willi Stadler, Co-CEO der Stadler Gruppe. „Abfallzusammensetzung, Sammelsysteme, gesetzliche Vorgaben und Anforderungen an das Output-Material unterscheiden sich von Projekt zu Projekt. Deshalb konstruieren wir die mechanischen, elektrischen und digitalen Komponenten als integriertes System. Das Testzentrum ermöglicht es uns, dieses Zusammenspiel unter realistischen Bedingungen zu bewerten und weiter zu optimieren.“
Mit rund 650 Beschäftigten weltweit investiert Stadler einen hohen einstelligen Prozentsatz seines Jahresumsatzes in Fertigungskapazitäten, Software, Forschung und Entwicklung sowie seine Konstruktionsteams. Diese Investitionen unterstützen das langfristige Engagement des Unternehmens für die Entwicklung maßgeschneiderter Sortierlösungen und helfen den Kunden dabei, über den gesamten Nutzungszyklus ihrer Anlagen hinweg einen effizienten, zuverlässigen und leistungsstarken Betrieb sicherzustellen.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 11/2026, Seite 18, Fotos: Stadler Anlagenbau GmbH)













