Studie erschließt das Recyclingpotenzial von Kunststoffen aus Medizinabfällen

Healthcare Plastics Recycling Council (HPRC) – Europe hat eine Fallstudie veröffentlicht: „Recyclingpotenzial erschließen: Versuche zur automatisierten Sortierung von medizinischen Kunststoffabfällen“.

Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Bonn (UKB) und dem Maschinenhersteller Tomra wurde untersucht, ob industrielle Sortiersysteme Kunststoffverpackungsabfälle aus dem Gesundheitswesen mit der nötigen Präzision und Effizienz für ein nachhaltiges Recycling trennen können.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Abfallqualität ist entscheidend: Saubere, gut getrennte Verpackungen lassen sich effizient sortieren – Kontaminationen bleiben jedoch eine große Hürde.
  • Erfolge bei der Sortierung: 45 Prozent der Hartkunststoffe konnten in PP-, PE- und PET-Ströme zurückgewonnen werden. Flexible Verpackungen wurden als PE sortiert, wobei Mehrstofffolien weiterhin ein Kontaminationsrisiko darstellen.
  • Optimierungspotenzial: Sortierung direkt am Einsatzort und KI-gestützte Objekterkennung können die Ergebnisse verbessern – unterstützt durch geschultes Personal und angepasste Krankenhausprozesse.
  • Design für Recycling: Die Einhaltung der HPRC-Designrichtlinien steigert die Sortiereffizienz, den Wert der Abfälle und schafft mögliche Einnahmequellen für Krankenhäuser.

Medizinische Kunststoffe bieten erhebliche Recyclingchancen, doch die Skalierung erfordert eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Studie liefert praxisnahe Best Practices für Sammlung, Logistik sowie Verarbeitung und zeigt Wege auf, die Lücke zwischen Theorie und Umsetzung zu schließen.

Die vollständige Studie ist auf der HPRC-Website verfügbar: hprc.org

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 03/2026, Seite 40, Foto: mtmmarek / stock.adobe.com)