• Link zu Facebook
  • Link zu X
  • Link zu Instagram
  • Link zu LinkedIn
  • Link zu Xing
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Link zu Mail
  • Newsletter bestellen
  • Bildergalerie
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Verlagsinfo
EU-Recycling
  • Home
  • Artikel
    • Europa aktuell
    • Business
    • Titelthemen
    • Länder
    • Recyclingrohstoffe
    • Technik
  • Marktplatz
  • Events
  • Abo/Leseprobe
  • Magazin
  • Mediadaten
  • BUSINESS INDEX
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Polypropylen-Recycling aus Teppichabfällen

Ein neuartiges Lösemittelverfahren stellt die Rückgewinnung von Polypropylen aus Teppichabfällen ohne merkliche Qualitätseinbußen in Aussicht.

Allein in der Europäischen Union fallen jedes Jahr etwa 1,6 Millionen Tonnen Teppichabfälle an, die zumeist deponiert oder verbrannt werden. Der Polypropylen-Anteil beträgt etwa ein Viertel. Basis für das Verfahren, das von einem Forscherteam im EU-Projekt „Isoprep“ entwickelt wurde, dem auch das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP angehört, ist ein ionisches Liquid. Besteht dieses aus den passenden Komponenten, löst es selektiv das Polypropylen aus den Teppichfasern heraus.

Hochreines Polypropylen aus dem Isoprep-Prozess (Foto: Isoprep)

Bevor das Expertenteam den Teppichabfällen mit dem Lösungsmittel zu Leibe rückt, werden diese gereinigt – dabei wird unter anderem möglichst viel des Teppichrückens abgetrennt – und zerkleinert. Die vorbehandelten Teppichabfälle kommen in einen Reaktor, in dem sie mit dem Lösungsmittel behandelt werden: Das Polypropylen wird selektiv im ionisierten Liquid gelöst, was für eine effektive Abtrennung von Farbstoffen und anderen Additiven sorgt. Im größeren Labormaßstab mit mehreren Litern funktioniert das Verfahren bereits. Nun arbeitet das Konsortium daran, den Prozess auf eine Pilotanlage zu übertragen: Eine Tonne Teppichabfälle soll diese pro Tag recyceln können. Zum Projektende im März 2022 soll die Pilotanlage in Betrieb sein.

Kosten und Umweltwirkung
Wie Maike Illner, Wissenschaftlerin am Fraunhofer IBP, hervorhebt, muss der großtechnische Einsatz kostenmäßig konkurrenzfähig sein. Das heißt in diesem Fall: Das recht teure ionische Liquid muss möglichst vollständig im Kreislauf geführt werden. „Liegen die Verlustraten bei einem Prozent oder darunter, hat der Prozess das Potenzial, hinsichtlich der Kosten mit der Neuherstellung von Polypropylen zu konkurrieren“, fasst Illner zusammen. „Das zeigt eine vorläufige ökonomische Analyse, die wir am Fraunhofer IBP durchgeführt haben.“ Dazu untersuchten die Fraunhofer-Forschenden, welche Mengen an Material und Energie für den Prozess benötigt werden, was als Produkt wieder herauskommt und in welcher Höhe die entsprechenden Kosten anfallen. Sie berücksichtigten in der ökonomischen Analyse zudem, wie sich die Kosten langfristig entwickeln könnten.

Die Ökologie des Teppich-Recyclings steht am Fraunhofer IBP im Fokus. Aufschluss gibt unter anderem die Lebenszyklusbetrachtung: Welche Emissionen beispielsweise entstehen beim Recyclingprozess? Auch hier gilt: Erreicht das Konsortium sein Ziel, die Verlustraten des Lösungsmittels auf ein Prozent und weniger zu senken, liegen Primärenergiebedarf und Treib­hausgasemissionen in einer ähnlichen Größenordnung wie die der Neuherstellung.

Auf andere Polypropylen-Abfallströme übertragbar
Zwar stehen Teppichabfälle im Blickpunkt des Projekts. Doch das entwickelte Verfahren kann deutlich mehr: Die Experten gehen davon aus, dass es sich auf eine Vielzahl an Abfallströmen übertragen lässt, die Polypropylen enthalten und für das konventionelle Recycling ungeeignet sind. „Ein Beispiel sind Polypropylen-Produkte, die Farbstoffe und Additive enthalten“, konkretisiert Illner. Bislang ist es schwierig, diese aus dem Kunststoff herauszulösen, sodass sich das recycelte Polypropylen nur für einen minderwertigeren Einsatz verwenden lässt. Mit dem neuen Verfahren lässt sich das Polypropylen nicht nur von anderen Materialien, sondern auch von zugesetzten Farbstoffen und Additiven trennen und steht somit einer hochwertigen Anwendung zur Verfügung.

www.isoprep.co.uk
www.fraunhofer.de

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 07/2021, Seite: 36, Foto: Isoprep)

6.114
Artikel teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://eu-recycling.com/wp-content/uploads/2021/06/Teppichabfaelle-1-0721.jpg 360 1030 EU-R https://eu-recycling.com/wp-content/uploads/2023/12/EU-R-Logo-250-100.png EU-R2021-07-07 09:50:562021-06-24 12:56:37Polypropylen-Recycling aus Teppichabfällen
Das könnte Sie auch interessieren
Ein geschlossener Kreislauf für Lebensmittelverpackungen
Kreislaufpotenziale erschließen: Die baltischen Staaten im Kampf mit Corona
INGEDE-Herbstsymposium: Kann Papier Kunststoff ersetzen? Verpackungsdesign im Faserkreislauf
Wie der Green Deal für die Industrie funktioniert
Corona und die Folgen für die Stahl-verarbeitende Industrie
Gewerbeabfallverordnung: Die behördliche Überwachung ist mehr als lückenhaft
Altreifenrecycling: Der bvse setzt sich für „klare Prioritäten“ ein
Kreislaufwirtschaft: Zink-Recycling zum Erhalt natürlicher Ressourcen

Anzeige

Translation

Diese Seite drucken / Print Diese Seite drucken / Print

EU-RECYCLING

Das Fachmagazin für den europäischen Recyclingmarkt. Fakten, Hintergründe, Reportagen made in Europe.

Informativ und praxisnah können Sie monatlich unter anderem in der Print- oder ePaper-Ausgabe lesen:
- Berichte von nationalen/internationalen
   Kongressen, Tagungen u. Fachmessen
- Aktuelles aus der Kreislaufwirtschaft
- Meldungen von der Recyclingbranche
- Neueste EU-Regelungen im Bereich der
  Abfallwirtschaft
- Interessante Interviews und Events


© MSV Mediaservice & Verlag GmbH

Archiv

Themen

Abfall, Abbruch, Abfallwirtschaft, Altautos, Altbatterien, Altglas, Altholz, Altkunststoff, Altmetall, Altöl, Altpapier, Altreifen, Alttextilien, Aufbereitung, Baustoffrecycling, Bioabfall, Elektroschrott, Entsorgung, Ersatzbrennstoffe, Kreislaufwirtschaft, Marktberichte, Metallschrott, NE-Metalle, Recyclingtechnik, Recyclingwirtschaft, Rohstoffhandel, Sammelsysteme, Schredderabfall, Schrott, Sekundärrohstoffe, Sonderabfall, Sortiertechnik, Trenntechnik, Verpackungsabfall, Verwertung

Schlagwörter

Abfall Abfallwirtschaft Abfälle Altholz Altpapier Altreifen aluminium Aufbereitung Batterien BDE BDSV BIR bvse Corona Deutschland Digitalisierung Doppstadt Entsorgung EU IFAT IFAT 2024 KI Kreislaufwirtschaft Kunststoff Kunststoffe Kunststoffrecycling Maschinen Messe Nachhaltigkeit Papier PET Recycling Rezyklate Rohstoffe Schredder Schrott Schrottmarkt Sekundärrohstoffe Software Stahl Tomra Verpackungen Zerkleinerer Zerkleinerung Österreich
Link to: Recycelfähige Kunststoffverpackungen: Plasmatechnologie mit Barrierewirkung Link to: Recycelfähige Kunststoffverpackungen: Plasmatechnologie mit Barrierewirkung Recycelfähige Kunststoffverpackungen: Plasmatechnologie mit Barrierewirkun... Link to: Schrottmarkt kompakt: Schrottpreise zogen im Mai nochmals kräftig an Link to: Schrottmarkt kompakt: Schrottpreise zogen im Mai nochmals kräftig an Schrottmarkt kompakt: Schrottpreise zogen im Mai nochmals kräftig an
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen