Mehr Arbeitsschutz, weniger Risiko: Wie Unternehmen von Explosionsschutz­beauftragten profitieren

Maßnahmen zum vorbeugenden Explosionsschutz rücken in Produktionsbetrieben, die mit Gefahrstoffen arbeiten, immer stärker in den Vordergrund. Der Anlass sind die gestiegenen Versicherungsschäden durch Brände und Explosionen, die weltweit in den Jahren 2013 bis 2018 mehr als zwei Milliarden Euro Kosten verursacht haben – das entspricht einem Viertel der weltweiten Werteverluste.

Für Unternehmen bedeutet das mehr Aufwand durch umfassende Auflagen seitens der Versicherer. Dies führt oftmals zu Verunsicherungen – dabei ist die Lösung einfach: Mitarbeiter von Unternehmen, die Gefahrstoffe, etwa brennbare Gase, Dämpfe und/oder Stäube, verarbeiten oder produzieren, können zu Explosionsschutzbeauftragten ausgebildet werden. IEP Technologies, der Safety-Experte des Hoerbiger-Konzerns, erklärt, wie diese Explosionsschutzbeauftragten mit ihrem Fachwissen das Explosionsrisiko in Betrieben minimieren.

Vorbeugender Explosionsschutz kann für Unternehmen eine Herausforderung sein. Neben technisch anspruchsvollen Auflagen und strengen rechtlichen Versicherungsvorgaben sind regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter und die Erstellung von Beurteilungen erforderlich. Allerdings fehlt dafür häufig die Zeit oder das nötige Fachwissen. Dabei ist die Thematik gerade für Produktionsbetriebe von großer Bedeutung, die mit Gefahrstoffen arbeiten. Denn die Folgen einer Explosion sind immens und können existenzbedrohend sein: Neben dem finanziellen Verlust durch die Vernichtung des Betriebskapitals oder einen nachfolgendem Produktionsstopp kann es auch zu Personenschäden und Umweltschäden kommen.

Unterschätzte Relevanz
Um das zu vermeiden, können sich Mitarbeiter von Produktionsbetrieben freiwillig zu Explosionsschutzbeauftragten beziehungsweise zu einer zur Abnahme von Prüfungen zum Explosionsschutzbeauftragten befähigten Person, kurz Ex-Beauftragter, ausbilden lassen. Sie verfügen über ein großes Fachwissen rund um Explosionsgefahren und Präventionsmaßnahmen, das sie sich in einer externen Ausbildung aneignen. Dadurch können sie im eigenen Unternehmen als Berater für Exposionsschutz aktiv werden. Ihre Bestellung liegt im Rahmen des Arbeitsschutzes, im Gegensatz zu der eines Betriebsarztes, allerdings nicht vorgeschrieben. Jedoch haben Ex-Beauftragte für Unternehmen eine hohe Bedeutung, da sie nach § 6 Absatz 11 Gefahrstoffverordnung eine Gefährdungsbeurteilung durchführen dürfen. Dadurch minimieren sie das Explosionsrisiko in Unternehmen, erhöhen die Sicherheit der Mitarbeiter und ermöglichen die Einhaltung der Auflagen, zu denen Unternehmen nach § 6 Absatz 9 Gefahrstoffverordnung verpflichtet sind. Das betrifft die Betriebe, die Gefahrstoffe nach § 2 Gefahrstoffverordnung herstellen, importieren, verwenden und lagern.

Vielfältige Aufgaben
Die Beratungsfunktion des Ex-Beauftragten umfasst alle Tätigkeiten: vom vorbeugenden bis hin zum allgemeinen Explosionsschutz. So erstellt er für das Unternehmen erforderliche Dokumente wie die Gefährdungsbeurteilung, einen Gefahrenabwehrplan oder auch ein Explosionsschutzdokument. Darüber hinaus unterweist der Ex-Beauftragte die Mitarbeiter, um sie im Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen und Materialen zu schulen sowie mit den Maßnahmen des Explosionsschutzes vertraut zu machen. Zudem ist er für regelmäßige Begehungen betroffener Arbeitsbereiche sowie den Kontakt zu Feuerwehr und Behörden verantwortlich.

Den Wissensstand stetig erweitern
Damit ein Mitarbeiter alle diese Aufgaben fachgerecht ausführen kann, bedarf es einer viertägigen Ausbildung zum Ex-Beauftragten. Diese kann an der TÜV Süd-Akademie oder bei einem der größten Fort- und Weiterbildungsinstitute Deutschlands, dem Haus der Technik (HDT), absolviert werden. Die Schulung vermittelt Informationen zu allen Themen des Explosionsschutzes und der Betriebssicherheit. Schwerpunkte sind die Erstellung der erforderlichen Dokumente, die Erläuterung des elektrischen und nicht-elektrischen Explosionsschutzes sowie Empfehlungen zur Vermeidung von Zündquellen. Nach einer erfolgreichen Abschlussprüfung erfolgt die Zertifizierung als Ex-Beauftragter. Durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungsangeboten vertieft der Ex-Beauftragte seine Expertise und hält sich über Neuerungen auf dem Laufenden. „Ex-Beauftragte erleichtern Unternehmen den Umgang mit Gefahrstoffen und minimieren als erste Stufe der Prävention bereits im Vorhinein das Risiko einer Explosion“, erklärt Volker Krone, Senior Application Engineer Europe bei IEP Technologies. „In Kombination mit unseren hochwertigen Explosionsschutzsystemen kann anschließend das Risiko eines Brandes oder einer Explosion in der verarbeitenden Industrie erheblich reduziert werden. Dadurch wird Mitarbeitern ein sicheres Arbeiten ermöglicht, und reibungslose Arbeitsprozesse werden gewährleistet.“

www.ieptechnologies.de

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 11/2021, Seite 30, Foto: Jon Tyson)

 

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