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Wie viel Recycling steckt in einem T-Shirt?

Das Münsteraner Unternehmen Tailorlux entwickelt Nachweismethode für recycelte Kunststofffasern.

Das Verwenden von recycelten Kunststofffasern aus Polyester (R-PET) zum Herstellen von Kleidung oder Schuhen könnte es Unternehmen ermöglichen, den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Aus diesem Grund könnte R-PET auch ein Marketing-Instrument werden, denn immer mehr Kunden wollen umweltbewusster einkaufen.

Das Problem: „Das R-PET unterscheidet sich chemisch nicht vom sogenannten Virgin-PET, also dem erdölbasierten Polyester“, erklärt Tobias Herzog von Tailorlux (Münster). Da R-PET im Einkauf jedoch teurer sei als die neu hergestellten Kunststofffasern, bestehe ein großes Missbrauchspotenzial. Tailorlux will in einem Projekt, das die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell fördert, einen chemischen, umweltverträglichen Marker entwickeln. Damit sollen die R-PET-Fasern beim Herstellen gekennzeichnet werden, sodass sich mit einem Sensor der Recyclinganteil eines Produktes genau bestimmen lässt.

Materialien mit leuchtenden Eigenschaften
Tailorlux entwickelt stabile, umweltverträgliche Materialien, die leuch­tende Eigenschaften besitzen. Beim Herstellen von R-PET wird dieses Material eingebracht und hinterlässt so einen optischen Fingerabdruck, den man mit einem einfachen Sensor auslesen kann. Das Material bleibt Teil des Produktes, zum Beispiel eines T-Shirts, selbst wenn dieses beim Recycling zerstört wird. Getestet werden verschiedene Recyclingmethoden, die unterschiedliche Zusammensetzungen von Neu- und Recyclingmaterial ergeben. Der Sensor liest die Variationen aus und füttert damit eine Datenbank. Tobias Herzog erklärt: „Mit diesem Verfahren kann dann per Knopfdruck der tatsächliche Anteil an Recyclingfasern im Produkt festgestellt werden.“ Zusätzlich lassen sich weitere Informationen wie Chargen oder Bezugsquellen der Rohstoffe auslesen und speichern. So können sowohl Hersteller als auch Käufer von R-PET falsche Angaben ausschließen.

www.tailorlux.com

(EU-Recycling 09/2020, Seite 47, Foto: Tailorlux GmbH)

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