• Link zu Facebook
  • Link zu X
  • Link zu Instagram
  • Link zu LinkedIn
  • Link zu Xing
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Link zu Mail
  • Newsletter bestellen
  • Bildergalerie
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Verlagsinfo
EU-Recycling
  • Home
  • Artikel
    • Europa aktuell
    • Business
    • Titelthemen
    • Länder
    • Recyclingrohstoffe
    • Technik
  • Marktplatz
  • Events
  • Abo/Leseprobe
  • Magazin
  • Mediadaten
  • BUSINESS INDEX
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Qualitätsüberwachung von Sekundär­brennstoffen per Echtzeitanalyse

Forschung der FH Münster als Basis für neue DIN-Norm.

Bereits seit 2010 wurde im Rahmen von Forschungsvorhaben am Institut für Infrastruktur – Wasser – Ressourcen – Umwelt (IWARU) der FH Münster ein sensorgestütztes Verfahren weiterentwickelt, um die Qualität von Sekundärbrennstoffen in Echtzeit zu analysieren. Auf Basis der Erkenntnisse hat die Forschungsgruppe eine DIN-Norm erarbeitet, die die Installation und den Betrieb dieser Technologie regelt; im Dezember 2022 hat das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) sie veröffentlicht.

„Es ist toll, wenn Forschungsergebnisse in der Praxis angewandt werden. Dass die neue DIN-Norm eingeführt wurde, bietet großes Potenzial, um die Echtzeitmessung nun flächendeckend einzusetzen“, ordnet Max Kölking ein, der als Projektingenieur im Forschungsprojekt „ImnirE2 – Implementierung nahinfrarotgestützter Echtzeitanalytik für Ersatzbrennstoffe“ unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Flamme an der Weiterentwicklung der Technologie beteiligt war. Dazu erklärt er: „Werden beispielsweise heizwertreiche Fraktionen aus Siedlungs- oder Gewerbeabfällen aufbereitet, lassen sich diese als Sekundärbrennstoffe in der Zementindustrie nutzen. Die Qualität der Brennstoffe wurde bisher im Labor untersucht. Hier haben wir aber einen großen Zeitversatz von bis zu einer Woche, bis die Ergebnisse vorliegen.“ So müsse etwa überprüft werden, ob die Brennstoffe einen bestimmten Chlorgehalt nicht überschreiten und einen ausreichenden Heizwert aufweisen – also genug Energie liefern können.

Mittels Nahinfrarot-Spektroskopie
Eine alternative Möglichkeit, die die Qualität in Echtzeit misst, bietet ein im Projekt weiterentwickeltes System mit Nahinfrarotspektroskopie. „Die Analyseeinheit wird über dem Förderband in der Aufbereitungsanlage installiert. Während der Messung emittiert eine Lichtquelle elektromagnetische Strahlung im nahen Infrarotbereich, die je nach Material unterschiedlich absorbiert und reflektiert wird. Dies erzeugt ein messbares Spektrum, das mit Vergleichsspektren in der hinterlegten Datenbank abgeglichen wird“, erläutert Kölking. So lasse sich identifizieren, welche Materialien im Stoffstrom enthalten sind.

Dieses Prinzip wird bereits bei der Sortierung von Abfall genutzt. „Als wir diese Sortiertechnologie vor circa 20 Jahren für die Sekundärbrennstoffproduktion eingeführt haben, entstand auch die Idee, diese zu Analysezwecken weiterzuentwickeln“, schildert Projektpartner Dr.-Ing. Thomas Glorius von der Remondis Rheinland GmbH & Co KG. Bei der Echtzeitanalyse werden zusätzlich noch die Flächen der Materialien erfasst und darüber deren Massen berechnet. Kölking: „Kombiniert man diese Informationen mit materialspezifischen Analysewerten, kann das System die entsprechenden Messdaten in Echtzeit generieren. So lässt sich die Qualität des Brennstoffgemischs direkt in der Anlage überwachen.“

Auf Basis der Forschungsergebnisse hat das IWARU gemeinsam mit den Projektpartnern Tomra, der Remondis Rheinland und der Universität Stuttgart im Rahmen des EU-Projektes „NuCA – Sustainable and Low-carbon Waste Treatment“ eine DIN-Norm erarbeitet, die das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) im Dezember 2022 veröffentlicht hat. Die DIN-Norm 54390 „Feste Sekundärbrennstoffe – Echtzeit-Bestimmung von Parametern mittels Nahinfrarotspektroskopie“ legt beispielsweise fest, wie und in welchen Intervallen das System kalibriert werden muss. Den Normenausschuss NA 062-05-83 AA „Sekundärbrennstoffe“ leitet Prof. Flamme.

„Wir haben die DIN-Norm nun auch als ISO-Normvorschlag eingereicht, sodass sie zukünftig auch international gelten könnte. Der ISO-Ausschuss prüft den Antrag derzeit“, berichtet die Hochschullehrerin für Ressourcen-, Stoffstrom- und Infrastrukturmanagement.
Anstoß für weitere Forschung

„Das Echtzeitanalysesystem leistet einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Abfallwirtschaft – Ziel ist es, möglichst viele Daten zu generieren und damit umfassendes Wissen über Abfallströme zu sammeln“, führt Kölking weiter aus. Das sei gut, um Aufbereitungsprozesse zu automatisieren und effizienter zu machen. Als Anstoß für weitere Forschung nennt der Bauingenieur smarte Aufbereitungsanlagen: „Das System zur Echtzeitanalyse kann mit anderen Maschinen in der Anlage kommunizieren, um so den gesamten Aufbereitungsprozess eigenständig zu steuern. Hier wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz eine immer größere Rolle spielen.“

 

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „ImnirE2“ lief vom 1. September 2013 bis zum 1. August 2016. Auch die Ergebnisse des ebenfalls vom BMBF geförderten Vorgängerprojekts „Online-Qualitätssicherung für Ersatzbrennstoffe durch NIR-Technik“ und des von Dr.-Ing. Thomas Glorius koordinierten EU-Projekts „Recombio“ flossen in die Entwicklung der Technologie ein.

Zur Implementierung und Kalibrierung des Echtzeitanalysesystems hat die Gütegemeinschaft für Sekundärbrennstoffe und Recyclingholz (BGS) e. V. die Erarbeitung der DIN-Norm 54390 „Feste Sekundärbrennstoffe – Echtzeit-Bestimmung von Parametern mittels Nahinfrarotspektroskopie“ unterstützt. Eine Norm legt Standards für Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren fest. Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) ist die unabhängige Plattform für Normung und Standardisierung in Deutschland und weltweit. Die international geltende ISO-Norm legt die Internationale Organisation für Normung (ISO; Englisch: International Organization for Standardization) fest.

 

www.fh-muenster.de

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 05/2023, Seite 34, Foto: FH Münster/Michelle Liedtke)

4.599
Artikel teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://eu-recycling.com/wp-content/uploads/2023/04/Koelking-Flamme-0523.jpg 360 1030 EU-R https://eu-recycling.com/wp-content/uploads/2023/12/EU-R-Logo-250-100.png EU-R2023-05-04 12:40:242023-04-24 12:44:20Qualitätsüberwachung von Sekundär­brennstoffen per Echtzeitanalyse
Das könnte Sie auch interessieren
Hochlast-Fermenter an Biogasanlagen erhöhen die Wirtschaftlichkeit
Neueste Redwave-Sortiertechnologie für Reiling
Was tragen fortschrittliche Sortiertechnolo­gien zur Kreislauffähigkeit von Kunststoffen bei?
Sortiertechnologie macht Aluminium „grün“
Meyer eröffnet Testzentrum für optische Sortiertechnologie
Upcycling von Kunststofffolien zu Wand- und Bodenbelägen
Tomra-Lösung trennt Magnesium von Aluminium in Produkten wie Zorba und Twitch
Mehr Kreislaufwirtschaft durch digitale Bauwerksmodelle

Anzeige

Translation

EU-RECYCLING

Das Fachmagazin für den europäischen Recyclingmarkt. Fakten, Hintergründe, Reportagen made in Europe.

Informativ und praxisnah können Sie monatlich unter anderem in der Print- oder ePaper-Ausgabe lesen:
- Berichte von nationalen/internationalen
   Kongressen, Tagungen u. Fachmessen
- Aktuelles aus der Kreislaufwirtschaft
- Meldungen von der Recyclingbranche
- Neueste EU-Regelungen im Bereich der
  Abfallwirtschaft
- Interessante Interviews und Events


© MSV Mediaservice & Verlag GmbH

Archiv

Themen

Abfall, Abbruch, Abfallwirtschaft, Altautos, Altbatterien, Altglas, Altholz, Altkunststoff, Altmetall, Altöl, Altpapier, Altreifen, Alttextilien, Aufbereitung, Baustoffrecycling, Bioabfall, Elektroschrott, Entsorgung, Ersatzbrennstoffe, Kreislaufwirtschaft, Marktberichte, Metallschrott, NE-Metalle, Recyclingtechnik, Recyclingwirtschaft, Rohstoffhandel, Sammelsysteme, Schredderabfall, Schrott, Sekundärrohstoffe, Sonderabfall, Sortiertechnik, Trenntechnik, Verpackungsabfall, Verwertung

Schlagwörter

Abfall Abfallwirtschaft Abfälle Altholz Altpapier Altreifen aluminium Aufbereitung Batterien BDE BDSV BIR bvse Corona Deutschland Digitalisierung Doppstadt Entsorgung EU IFAT IFAT 2024 KI Kreislaufwirtschaft Kunststoff Kunststoffe Kunststoffrecycling Maschinen Messe Nachhaltigkeit Papier PET Recycling Rezyklate Rohstoffe Schredder Schrott Schrottmarkt Sekundärrohstoffe Software Stahl Tomra Verpackungen Zerkleinerer Zerkleinerung Österreich
Link to: Auf dem Weg zum geschlossenen Kreislauf für PU-Matratzen Link to: Auf dem Weg zum geschlossenen Kreislauf für PU-Matratzen Auf dem Weg zum geschlossenen Kreislauf für PU-Matratzen Link to: Wissenschaftlich belegt: Sekundärzinn hat die gleiche Qualität wie Primärzinn Link to: Wissenschaftlich belegt: Sekundärzinn hat die gleiche Qualität wie Primärzinn Wissenschaftlich belegt: Sekundärzinn hat die gleiche Qualität wie Primä...
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen