Drehrohrofen als Schlüsselkomponente für das Recycling von teerhaltigem Straßenaufbruch

Teerhaltiger Straßenaufbruch stellt aufgrund seines Gehalts an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) eine erhebliche Umwelt- und Gesundheitsgefahr dar. PAK sind krebserregende, langlebige Schadstoffe, die sich in der Umwelt anreichern und Mensch sowie Tier gefährden können. Eine unsachgemäße Entsorgung oder Wiederverwendung dieser Materialien ohne vorherige Behandlung birgt daher erhebliche Risiken. In einigen europäischen Ländern ist die ordnungsgemäße Verwertung von teerhaltigen Straßenbauabfällen bereits gesetzlich geregelt. Es ist zu erwarten, dass weitere Staaten in Zukunft vergleichbare Vorschriften einführen werden.

Die thermische Behandlung ist derzeit die effektivste Methode, um diese Schadstoffe vollständig zu zerstören. Dabei werden die teerhaltigen Materialien bei hohen Temperaturen so behandelt, dass die PAK vollständig zersetzt werden. Das Ergebnis ist ein PAK-freier, gereinigter Reststoff, der sicher und nachhaltig wiederverwendet werden kann.

Das niederländische Unternehmen A. Jansen B.V. hat bereits im Jahr 2017 die erste thermische Reinigungsanlage (TRA) für teerhaltige Abfälle am Standort Son in den Niederlanden in Betrieb genommen. Diese hochmoderne Anlage mit einer Kapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr ermöglicht die umweltgerechte Behandlung von teerhaltigem Asphaltgranulat (TAG), Dachpappe sowie thermisch verunreinigtem Boden (zum Beispiel mit Cyaniden, Polychlorierte Biphenyle (PCB) oder Ölen).

3D-Konstruktionszeichnung (CAD-Modell) des Drehrohrofens

Das Herzstück der TRA ist ein Drehrohrofen, in welchem die teerhaltigen Abfälle nach einer vorherigen Zerkleinerung bei hohen Temperaturen verbrannt werden, sodass die PAK vollständig zersetzt werden. Das Ergebnis ist ein PAK-freier, gereinigter Reststoff, der sicher und nachhaltig wiederverwendet werden kann.

Der ursprünglich gebraucht erworbene Drehrohrofen hatte seine technische Lebensdauer erreicht. Weitere Instandsetzungen waren nicht mehr möglich, wodurch der fortlaufende Betrieb gefährdet war. Um die Produktionssicherheit zu gewährleisten, wandte sich A. Jansen B.V. an thyssenkrupp Polysius mit der Anfrage, einen neuen Drehrohrofen zu liefern.

Pre-Engineering
Zunächst wurde ein Auftrag für das Pre-Engineering vergeben, um die Anforderungen präzise zu definieren. Auf Basis dieser Anforderungen wurde Polysius mit der Lieferung eines speziell für die Recyclingindustrie entwickelten Drehrohrofens beauftragt. Ausschlaggebend waren dabei die umfassende Expertise, die hohe Fachkompetenz sowie die effiziente und zuverlässige Projektabwicklung, mit der Polysius den Kunden überzeugte. Im Vergleich zu Ausführungen für die Zementindustrie verfügt dieser Ofen unter anderem über einen schmaleren Zahnkranz und leichtere Sohlplatten, angepasst an die spezifischen Prozessbedingungen im Recycling.

Drehrohrofen in der Anlage in Son in Betrieb

Besonders bemerkenswert ist die kurze Zeitspanne zwischen der ersten Anfrage und der Auftragsvergabe: lediglich vier Monate.

Der neue Drehrohrofen mit einer Länge von 38 Metern und einem Durchmesser von 4 Metern wurde im August 2025 als komplettes Bauteil zur Anlage in Son transportiert und anschließend unter der Aufsicht von thyssenkrupp Polysius montiert. Bereits im November 2025 konnte die Anlage erfolgreich in Betrieb genommen werden.

Multi-Brand-Service-Provider
Als Multi-Brand-Service-Provider bietet thyssenkrupp Polysius individuelle Servicelösungen für unterschiedliche Anlagen und Hersteller. Das Leistungsspektrum umfasst Wartung, Modernisierung und Ersatzteilversorgung. Mit einem globalen Servicenetzwerk und 160 Jahre Erfahrung stellt das Unternehmen sicher, dass Anlagen – unabhängig von Fabrikat oder Branche – zuverlässig betreut werden. thyssenkrupp Polysius ist damit ein Partner für Betreiber, die auf flexible und herstellerunabhängige Servicelösungen setzen – weit über die Zementindustrie hinaus.

service.polysius@thyssenkrupp.com, thyssenkrupp-polysius.com

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 03/2026, Seite 34 -Advertorial-, Fotos: thyssenkrupp Polysius GmbH)