Recycling von Permanentmagneten im industriellen Maßstab
Im Januar 2026 ging am Tyseley Energy Park in Birmingham, Vereinigtes Königreich eine Recyclinganlage für Permanentmagnete aus Seltenen Erden in Betrieb.
Das Besondere: Erstmals werden Recycling und Magnetfertigung in einem industriell skalierbaren Prozess vereint. Betrieben wird die Anlage von Hypromag Ltd., Tochterunternehmen der Mkango Resources Gruppe, das die Technologie exklusiv lizenziert hat. Kern ist das an der University of Birmingham entwickelte „Hydrogen Processing of Magnet Scrap“. Dieses wasserstoffbasierte Verfahren ermöglicht es, Magnete aus Altgeräten wie Elektromotoren oder Generatoren ohne aufwendige Demontage oder chemische Prozesse zu zerlegen. Das gewonnene Material wird direkt zur Herstellung neuer, hochwertiger Neodym-Eisen-Boron-Magnete genutzt.
Anders als bisherige Pilotprojekte, die meist nur kleine Mengen verarbeiteten, setzt die neue Anlage auf industrielle Maßstäbe: Pro Charge können über 400 Kilogramm Seltenerdlegierungen zurückgewonnen werden – bei einer Jahreskapazität von bis zu 300 Tonnen. Die Magnete entstehen so nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch kostengünstiger als in herkömmlichen Verfahren. Die Anlage löst damit gleich mehrere Probleme: Sie reduziert die Abhängigkeit von Importen, stärkt die strategische Rohstoffversorgung Europas und deckt den wachsenden Bedarf an Permanentmagneten für Elektromobilität, Windkraft und Automatisierung.
hypromag.com, birmingham.ac.uk
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 03/2026, Seite 35, Foto: O. Kürth)







