• Link zu Facebook
  • Link zu X
  • Link zu Instagram
  • Link zu LinkedIn
  • Link zu Xing
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Link zu Mail
  • Newsletter bestellen
  • Bildergalerie
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Verlagsinfo
EU-Recycling
  • Home
  • Artikel
    • Europa aktuell
    • Business
    • Titelthemen
    • Länder
    • Recyclingrohstoffe
    • Technik
  • Marktplatz
  • Events
  • Abo/Leseprobe
  • Magazin
  • Mediadaten
  • BUSINESS INDEX
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Recycling von Stahlwerkstäuben: Das Projekt „Dust2Value“

Ein europäisches Konsortium unter der Leitung der Montanuniversität Leoben stellt mit dem Horizon Europe Projekt „Dust2Value“ ein neuartiges Verfahren vor, das das Recycling von Stahlwerkstäuben grundlegend verändern werde.

Ziel ist es, die wertvollen Rohstoffe Zink und Eisen klimafreundlich zurückzugewinnen und damit einen bedeutenden Beitrag zur europä­ischen Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz zu leisten. In der EU fallen jährlich schätzungsweise mehr als 1,5 Millionen Tonnen Stahlwerkstäube aus Elektrolichtbogenöfen an. Dieses als gefährlicher Abfall eingestufte Nebenprodukt entsteht beim Recy­cling von Stahlschrott; weltweit beläuft sich das jährliche Aufkommen auf geschätzt über zehn Millionen Tonnen. Nach Stand der Technik werden diese Stäube derzeit überwiegend im CO₂-intensiven Wälzprozess behandelt, um Zink rückzugewinnen. Neben hohen Emissionen fallen dabei große Mengen deponiepflichtiger Schlacken an, wodurch Wertmetalle verloren gehen. Der Projektkoordinator, Dr. Manuel Leuchtenmüller, erklärt dazu: „Stahlwerkstäube sind nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource zu sehen, die bisher unzureichend genutzt wurde. Mit Dust2Value zeigen wir, dass Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz erfolgreich Hand in Hand gehen können.“

Verfahrenserprobung in Demonstrationsanlage
Das Dust2Value-Projekt setzt genau hier an und entwickelt ein neuartiges Verfahren, welches den fossilen (Kohle und Koks) Kohlenstoff durch Wasserstoff ersetzt. Im Zentrum steht dabei ein innovativer Drehrohrofen. Ein besonderes Merkmal der Technologie ist den Angaben zufolge ein geschlossener Wasserstoffkreislauf, der den für die Zinkoxidreduktion benötigten Wasserstoff direkt im Prozess regeneriert und dadurch den Verbrauch von Wasserstoff erheblich reduziert. Zusammen mit der Rückgewinnung von Prozesswärme entsteht ein System, das deutliche CO2-Einsparungen ermöglicht und gleichzeitig hochwertige Sekundärrohstoffe liefert.

Das Verfahrenskonzept vermeidet auch die Entstehung von Schlacke, indem es neben der Rückgewinnung von Zink zusätzlich auch sogenannten Eisenschwamm produziert. Dieser kann der Stahlindustrie zurückgeführt werden. „Dust2Value“ eröffne damit die Chance auf einen europaweiten Wertschöpfungskreislauf für Sekundärrohstoffe. Wirtschaftlicher Nutzen verbinde sich mit echter Nachhaltigkeit.

Im ersten Projektabschnitt wurde bereits die wissenschaftliche und technische Basis für die zukünftige industrielle Umsetzung geschaffen. Das Projektteam untersuchte EU-weit verschiedene Stahlwerkstäube und führte neben detaillierten chemischen und mineralogischen Analysen auch umfassende Reduktionstests durch, um ein repräsentatives Bild der tatsächlichen Materialvielfalt und deren Verhalten im zukünftigen industriellen Prozess zu erhalten. Parallel dazu wurde das komplette technische Design der Demonstrationsanlage abgeschlossen, die sich derzeit im Bau befindet.

Simulationen und digitaler Zwilling validieren das Anlagenkonzept
Simulationen zur strukturellen und thermischen Integrität bestätigen die Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Anlagenkonzepts, sodass nunmehr der Bau der Pilotanlage auf einer validierten technischen Grundlage erfolgen kann. Ein weiterer wichtiger Meilenstein – so die Montanuniversität Leoben – ist die Entwicklung eines digitalen Zwillings. In Laborversuchen wurden erstmals reale Reaktionsgeschwindigkeiten gemessen, die nun als Basis für ein präzises Simulationsmodell dienen. Dadurch lässt sich vorhersagen, wie sich die Extraktionsraten von Zink und die Metallisierung von Eisen mit den Eingangsparametern des Prozesses verändern. Dies sei für eine stabile und energieeffiziente Steuerung des späteren Industrieprozesses entscheidend.

Die Ergebnisse gehen laut Montanuniversität Leoben deutlich über den Stand der Technik hinaus. Der vollständig abgedichtete und wasserstoffbasierte Prozess, der den Wasserstoff im System selbst regeneriert, ermögliche eine besonders ressourcen- und energieschonende sowie nachhaltige Betriebsweise. Modellrechnungen deuten darauf hin, dass sich der Energiebedarf für die Zinkrückgewinnung um rund ein Drittel, der Wasserstoffverbrauch um bis zu 90 Prozent reduzieren lässt. Manuel Leuchtenmüller meint dazu: „Echter Fortschritt beim Klimaschutz darf nicht davon abhängen, wann günstiger Wasserstoff verfügbar ist. Deshalb haben wir von Beginn an auf einen geschlossenen Kreislauf gesetzt, der den Wasserstoff im Prozess selbst regeneriert.“

Damit das Verfahren im Industriebereich zur Anwendung kommen kann, sind nun weitere Schritte vorgesehen: Die Prozesssicherheit müsse in größerem Maßstab mit repräsentativen Reststoffen bestätigt werden. Der digitale Zwilling wird in die Anlagensteuerung integriert, um eine intelligente und effiziente Prozessregelung zu ermöglichen. Gleichzeitig wird der Aufbau neuer Vermarktungswege für das recycelte Zink und den eisenhaltigen Schwamm vorangetrieben. Auch die Schaffung geeigneter politischer und normativer Rahmenbedingungen für den sicheren industriellen Einsatz wasserstoffbasierter Recyclingprozesse werde eine wichtige Rolle spielen.

dust2value.eu

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 03/2026, Seite 36, Foto: Forschungs- und Innovationsservice der Montanuniversität Leoben)

1.011
Artikel teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://eu-recycling.com/wp-content/uploads/2026/02/Dust2Value-0326.jpg 360 1030 EU-R https://eu-recycling.com/wp-content/uploads/2023/12/EU-R-Logo-250-100.png EU-R2026-03-06 10:07:162026-02-25 13:50:31Recycling von Stahlwerkstäuben: Das Projekt „Dust2Value“
Das könnte Sie auch interessieren
Auch mit Nebenprodukten lässt sich CO2 vermeiden
4.0-Ansätze in der Abfallverwertungstechnik erforscht
Schrottmarkt kompakt: Seitwärtsbewegung zu beobachten
Schrottmarktbericht: Delle im Tiefseemarkt genutzt
Recycling von Photovoltaikmodulen
Verwertung von Stahlwerksschlacken: BAM-Projekt verspricht doppelten Nutzen
Brandfrüherkennung: Den Schredder im Blick
Schrottmarktbericht: Bitte anschnallen!

Anzeige

Translation

Diese Seite drucken / Print Diese Seite drucken / Print

EU-RECYCLING

Das Fachmagazin für den europäischen Recyclingmarkt. Fakten, Hintergründe, Reportagen made in Europe.

Informativ und praxisnah können Sie monatlich unter anderem in der Print- oder ePaper-Ausgabe lesen:
- Berichte von nationalen/internationalen
   Kongressen, Tagungen u. Fachmessen
- Aktuelles aus der Kreislaufwirtschaft
- Meldungen von der Recyclingbranche
- Neueste EU-Regelungen im Bereich der
  Abfallwirtschaft
- Interessante Interviews und Events


© MSV Mediaservice & Verlag GmbH

Archiv

Themen

Abfall, Abbruch, Abfallwirtschaft, Altautos, Altbatterien, Altglas, Altholz, Altkunststoff, Altmetall, Altöl, Altpapier, Altreifen, Alttextilien, Aufbereitung, Baustoffrecycling, Bioabfall, Elektroschrott, Entsorgung, Ersatzbrennstoffe, Kreislaufwirtschaft, Marktberichte, Metallschrott, NE-Metalle, Recyclingtechnik, Recyclingwirtschaft, Rohstoffhandel, Sammelsysteme, Schredderabfall, Schrott, Sekundärrohstoffe, Sonderabfall, Sortiertechnik, Trenntechnik, Verpackungsabfall, Verwertung

Schlagwörter

Abfall Abfallwirtschaft Abfälle Altholz Altpapier Altreifen aluminium Aufbereitung Batterien BDE BDSV BIR bvse Corona Deutschland Digitalisierung Doppstadt Entsorgung EU IFAT IFAT 2024 KI Kreislaufwirtschaft Kunststoff Kunststoffe Kunststoffrecycling Maschinen Messe Nachhaltigkeit Papier PET Recycling Rezyklate Rohstoffe Schredder Schrott Schrottmarkt Sekundärrohstoffe Software Stahl Tomra Verpackungen Zerkleinerer Zerkleinerung Österreich
Link to: Recycling von Permanentmagneten im industriellen Maßstab Link to: Recycling von Permanentmagneten im industriellen Maßstab Recycling von Permanentmagneten im industriellen Maßstab Link to: Schüttgut-Lagerkapazität maximieren und Betriebskosten senken Link to: Schüttgut-Lagerkapazität maximieren und Betriebskosten senken Schüttgut-Lagerkapazität maximieren und Betriebskosten senken
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen