Kontinuierliches Recycling von Siliconelastomeren durch Depolymerisation
Projekt soll Kreislaufnutzung von Siliconwerkstoffen ermöglichen und Ressourcen schonen. Das Kunststoff-Zentrum SKZ entwickelt gemeinsam mit Industriepartnern einen kontinuierlichen Prozess zum Recycling von Siliconelastomer-Abfällen. Dabei werden die Silicone im Planetwalzenextruder zu Monomeren depolymerisiert, aus denen neue Silicone synthetisiert werden können. Damit kann der energieintensive Prozess zur Herstellung von Neuware-Monomeren vermieden und die Nachhaltigkeit gesteigert werden.
Silicone sind aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften entscheidend für Anwendungen in Schlüsselbranchen, wie der Medizin und Energietechnik sowie der Automobil- und Elektroindustrie. Sie weisen eine hohe Biokompatibilität, Temperaturbeständigkeit, chemische Beständigkeit und Witterungsresistenz auf. Bei Siliconen handelt es sich um vernetzte Materialien. Diese chemische Vernetzung ist der Grund für die hohe Beständigkeit, und viele der positiven Eigenschaften macht das Recycling des Werkstoffes andererseits aber auch besonders anspruchsvoll. Die Herstellung ist zudem energieintensiv. Außerdem entsteht dabei chemisch unvermeidbares CO₂. Die Herstellung von metallurgischem Silicium, welches für die Synthese der Silicon-Monomere benötigt wird, ist für 66 Prozent der entstehenden Treibhausgase verantwortlich, sagt das SKZ.
Das Ziel des neuen Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines kontinuierlichen Depolymerisationsverfahrens im Planetwalzenextruder zum Recycling von Siliconabfällen. Ein solches Verfahren existiert im technischen Maßstab bisher noch nicht und soll am SKZ erstmals labortechnisch umgesetzt werden. Auf diese Weise können direkt verarbeitbare Monomere zurückgewonnen werden, die zur Synthese neuer Silicone verwendet werden. Damit würde weniger Neuware benötigt werden. Die Entwicklung des Verfahrens stellt den ersten Schritt hin zu umfangreichen Energieeinsparungen bei der Herstellung von Siliconen sowie der Etablierung einer Kreislaufwirtschaft auch für diese Materialklasse dar.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 04/2026, Seite 57, Bildcollage FSKZ: Wacker Chemie, Mercodor, Entex, SKZ)











