Waschmaschinen-Demontagestation mit AR-Technologie

Mitarbeiter der Professur Produktionssysteme und -prozesse der Technischen Universität Chemnitz haben im slowenischen Stammwerk des Haushaltsgeräte-Herstellers Gorenje eine selbstentwickelte Station zur Demontage von gebrauchten Waschmaschinen installiert.

Die Station ist einer von drei Demon­stratoren im EU-Projekt DiCIM (Digitalised Value Management for Unlocking the potential of the Circular Manufacturing System with integrated digital solutions), an dem die Professur unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Dix maßgeblich beteiligt ist. Das Projekt läuft seit Januar 2023. Insgesamt zwölf Partner aus acht Ländern arbeiten an der Digitalisierung von Europas Rückgewinnungssystemen für Elektro- und Automobilabfälle. Das Vorhaben zielt auf eine neue Technologie zur Überwachung und Bewertung des Zustands von zu recycelnden Bauteilen ab.

Schritt für Schritt
Die Waschmaschinen-Demontagestation ist mit Augmented-Reality-Technologie ausgestattet, die den Arbeiter über einen Touchbildschirm mit Hilfe von Videos, Texten und Bildern Schritt für Schritt dabei anleitet, die einzelnen Bauteile nacheinander auszubauen. Anhand der Seriennummer der Waschmaschine wird entschieden, welche Bauteile wiederverwendet werden und wie die Demontage ablaufen soll. Dank eines Mechanismus zum Hochfahren und Kippen der Waschmaschine sowie einer schwenkbaren Winde zum Herausheben der Wascheinheit wird ergonomisches Arbeiten bei der Demontage gewährleistet. Mit künstlicher Intelligenz wird während des Auseinanderbauens außerdem abgeglichen, welche Bauteile nacheinander entfernt wurden und ob der Arbeitsablauf entsprechend der Demontageanleitung eingehalten wurde. Der Arbeiter hat wiederum die Möglichkeit, seinerseits den Prozess mit Screen­shots und Videos zu dokumentieren.

Die ausgebauten Teile werden je nach Zustand und Bedarf zur Wiederverwertung oder Verschrottung sortiert. Für diese Entscheidung sollen auch Daten genutzt werden, die die Waschmaschine bereits während des Betriebs im Haushalt gesammelt und über das Internet an den Hersteller gemeldet hat. „In den nächsten Monaten soll in der Gorenje-Pilothalle von den Beschäftigten vor Ort getestet werden, wie zuverlässig die Technologie funktioniert. Dazu sammeln wir die Daten und werten sie aus“, kündigt Dr. Mario Lorenz an, Wissenschaftler an der Professur Produktionssysteme und -prozesse der TU Chemnitz. „Zukünftig könnte das Demontagesystem nach entsprechenden Anpassungen auch auf andere Geräte wie Geschirrspüler, Kühlschränke und Trockner ausgeweitet werden.“

tu-chemnitz.de

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 07/2026, Seite 37, Foto: TU Chemnitz)