Schrottmarkt kompakt: Moderate Aufwärtsbewegung
Wenn auch das wirtschaftliche Impulsprogramm der Bundesregierung noch nicht die volle Wirkung entfaltet, so setzt doch im deutschen Stahlschrottmarkt eine moderate Aufwärtsbewegung ein. Eine Stabilisierung der Nachfrage und der Preise ist zu erkennen und die Branche blickt mit verhaltenem Optimismus auf das erste Quartal 2026.
Die IKB Deutsche Industriebank AG geht davon aus, dass die Stahlschrottpreise im ersten Quartal moderat steigen werden. Nach Informationen der BDSV zogen im Berichtsmonat Dezember die Preise – je nach Sorte und Bedarf – um 5 bis 15 Euro pro Tonne an. Zugpferd war hier erneut der Exportmarkt. Wie sich der Schrottmarkt im Januar entwickelte, dazu lagen bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe (18. Januar 2026) noch keine aussagekräftigen Daten vor. Von einer nachhaltigen Trendwende will indes noch kein Marktteilnehmer sprechen.
Rückblickend wurden im vergangenen Geschäftsjahr 2025 schätzungsweise mehr als eine Million Tonnen Schrott weniger von den Stahlwerken in Deutschland nachgefragt, was mit fehlenden Aufträgen in der Bauwirtschaft, der Automobilindustrie sowie im Maschinen- und Anlagenbau begründet ist. Damit einhergehend war Schrott weniger verfügbar. Im Jahresverlauf 2025 reduzierten sich die Preise durchschnittlich um 50 Euro pro Tonne.
Rückgang
Auch bei Edelstahlschrott war die Nachfrage in 2025 schwach. Auffällig: In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichnete die Schmelzproduktion weltweit noch ein Plus von drei Prozent gegenüber 2024. Im dritten Quartal 2025 sank laut IKB die Rohstahlproduktion inklusive dem Edelstahlanteil in Europa um 11,3 Prozent. Die Preise für Nickel sind im Laufe des vergangenen Jahres um gut zehn Prozent zurückgegangen.
Nach dem Rückgang im Sommer stieg der Aluminiumpreis kontinuierlich an und pendelte sich zum Jahresende auf eine Notierung um 2.950 US-Dollar pro Tonne ein (Quelle: Landesbank Baden-Württemberg), die andauern könnte. Das Jahr 2025 sah volatile Schwankungen aufgrund von Sanktionen gegen russisches Aluminium und Produktionsstörungen bei Minen wie Rio Tinto in Australien sowie getrieben durch positive Wirtschaftsdaten aus China. Hohe Energiepreise, schwache Nachfrage und regulatorische Belastungen haben im vergangenen Jahr zu Kapazitätsreduktionen und Stilllegungen in der deutschen Aluminiumindustrie geführt.
Der Kupferpreis notierte im Dezember zeitweise bei rund 12.500 US-Dollar pro Tonne (Quelle: IKB). Marktteilnehmer rechnen mit einem weiteren Preisanstieg um sechs Prozent in den nächsten Monaten. Der Aufbau von Lagerbeständen in den USA hält an und verknappt dadurch das Kupfer-Angebot. Produktionsprobleme in Minen wie in Chile und Indonesien verschärfen die Lage auf dem Kupfermarkt. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und Handelszölle.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 02/2026, Seite 31, Foto: O. Kürth)









