• Link zu Facebook
  • Link zu X
  • Link zu Instagram
  • Link zu LinkedIn
  • Link zu Xing
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Link zu Mail
  • Newsletter bestellen
  • Bildergalerie
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Verlagsinfo
EU-Recycling
  • Home
  • Artikel
    • Europa aktuell
    • Business
    • Titelthemen
    • Länder
    • Recyclingrohstoffe
    • Technik
  • Marktplatz
  • Events
  • Abo/Leseprobe
  • Magazin
  • Mediadaten
  • BUSINESS INDEX
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Wie aus Textilabfällen Papier wird

Mit angepassten Verfahren aus der Papierherstellung ist es möglich, die Cellulosefasern aus Altkleidern rückzugewinnen und daraus Kartonagen und andere Verpackungsmaterialien herzustellen. Das zeigen Forschende der TU Graz.

Allein in Österreich fallen pro Jahr rund 220.000 Tonnen Textilabfälle an, von denen knapp 80 Prozent verbrannt werden. Ein Team um Thomas Harter vom Institut für Biobasierte Produkte und Papiertechnik an der Technischen Universität Graz hat eine nachhaltige Lösung dieses Problems parat: Die Forschenden haben ein Verfahren entwickelt, um die Fasern aus baumwollbasierten Alttextilien rückzugewinnen und daraus Papier für Verpackungsmaterialien herzustellen. Im Vergleich zu herkömmlichem Recyclingpapier erweist sich das Papier mit Textilfaseranteil als deutlich zugfester.

„Strenggenommen ist die Umwandlung von Textilfasern zu Papier zwar ein Downgrade“, räumt Thomas Harter ein. „Sie hat unter Umweltgesichtspunkten aber einen großen Vorteil: Der Papierfaserkreislauf ist hochgradig geschlossen, im Bereich der Verpackungen liegen die Recyclingraten bei 83 Prozent. Bringen wir die wertvollen Textilfasern in diesen Kreislauf ein, bleiben sie über lange Zeit nutzbar.“ Rezyklierte Textilien können eine bedeutende Rohstoffquelle für die Herstellung von Verpackungspapier sein und dazu beitragen, die derzeit zu einem großen Teil für diesen Zweck genutzten Altpapierimporte zu reduzieren.

Normaler Papiersuspension sehr ähnlich
Um aus alten Kleidungsstücken Papier zu gewinnen, werden sie zunächst in kleine Fetzen geschnitten und in einer wässrigen Lösung eingeweicht. Dieses Wasser-Fetzen-Gemisch wird gemahlen, um die verwobenen Baumwollfasern ohne Verknotungen oder Klumpenbildung voneinander zu lösen. Alexander Wagner hat im Rahmen seiner Masterarbeit das bestgeeignete Mahlwerk, die nötige Mahldauer und das optimale Verhältnis von Wasser zu Textilien bestimmt, um die maximale Menge an verwertbaren Fasern aus den Textilresten zu gewinnen. „Am Ende unserer Versuche haben wir eine Suspension erhalten, die einer normalen Papiersuspension sehr ähnlich ist und die wir mit etablierten Verfahren zu Papier verarbeiten können“, berichtet Thomas Harter.

Wesentlich zugfester als herkömmliches Recyclingpapier
Optisch unterscheidet sich das Papier mit Textilanteil kaum von gewöhnlichem Recyclingpapier, es ist leicht bräunlich mit vereinzelten bunten Sprenkeln, die von farbigen Kleidungsstücken stammen. Für Kartonagen und andere Verpackungsmaterialien sind diese Farbtupfer aber irrelevant. Zugversuche haben ergeben, dass die Zugabe von Textilien die Festigkeit von Papier auf Recyclingbasis erhöht: „Schon bei einem textilbasierten Anteil von 30 Prozent ist das Papier wesentlich zugfester, wobei die Verarbeitbarkeit gleich bleibt“, bestätigt Alexander Weissensteiner, der als Masterstudent ebenfalls an der Optimierung des Recyclingverfahrens arbeitet. Das liegt an der Länge der Fasern: „Beim rezyklierten Altpapier sind die Faserlängen recht kurz. Unsere wiedergewonnen Textilfasern sind mit 1,7 Millimetern deutlich länger.“ Als nächstes Ziel wollen die Forschenden den Energieverbrauch des Mahlvorgangs reduzieren. Dafür testen sie neben Zusätzen wie leichten Säuren und Laugen auch enzymatische Vorbehandlungen, um den Faseraufschluss im Mahlaggregat zu unterstützen. „Zudem möchten wir den nächsten Skalierungsschritt gehen und den Prozess auf Industriegeräten umsetzen“, kündigt Thomas Harter weitere Forschungsaktivitäten an.

tugraz.at

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 05/2025, Seite 11, Foto: TU Graz/Lunghammer )

2.747
Artikel teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://eu-recycling.com/wp-content/uploads/2025/04/textilabfaelle-0525.jpg 360 1030 EU-R https://eu-recycling.com/wp-content/uploads/2023/12/EU-R-Logo-250-100.png EU-R2025-05-05 08:05:172025-04-24 09:53:49Wie aus Textilabfällen Papier wird
Das könnte Sie auch interessieren
Neues CD-Labor der TU Graz: Baumaterial aus Rest- und Abfallstoffen
Sortierung 4.0: Ein „zweites Leben“ für Kleidungsstücke
Andritz erwirbt Laroche in Frankreich
Neue Trends bei Konsumgüterverpackungen haben Auswirkungen auf das Papierrecycling
Deutschland exportiert weniger Kunststoff­abfälle
BIR-Fachsparte Papier: Altpapiermärkte im Anpassungsmodus
Abfallwirtschaft in Israel: Status quo und Aussichten
Deutschland exportiert weniger Kunststoffabfälle

Anzeige

Translation

Diese Seite drucken / Print Diese Seite drucken / Print

EU-RECYCLING

Das Fachmagazin für den europäischen Recyclingmarkt. Fakten, Hintergründe, Reportagen made in Europe.

Informativ und praxisnah können Sie monatlich unter anderem in der Print- oder ePaper-Ausgabe lesen:
- Berichte von nationalen/internationalen
   Kongressen, Tagungen u. Fachmessen
- Aktuelles aus der Kreislaufwirtschaft
- Meldungen von der Recyclingbranche
- Neueste EU-Regelungen im Bereich der
  Abfallwirtschaft
- Interessante Interviews und Events


© MSV Mediaservice & Verlag GmbH

Archiv

Themen

Abfall, Abbruch, Abfallwirtschaft, Altautos, Altbatterien, Altglas, Altholz, Altkunststoff, Altmetall, Altöl, Altpapier, Altreifen, Alttextilien, Aufbereitung, Baustoffrecycling, Bioabfall, Elektroschrott, Entsorgung, Ersatzbrennstoffe, Kreislaufwirtschaft, Marktberichte, Metallschrott, NE-Metalle, Recyclingtechnik, Recyclingwirtschaft, Rohstoffhandel, Sammelsysteme, Schredderabfall, Schrott, Sekundärrohstoffe, Sonderabfall, Sortiertechnik, Trenntechnik, Verpackungsabfall, Verwertung

Schlagwörter

Abfall Abfallwirtschaft Abfälle Altholz Altpapier Altreifen aluminium Aufbereitung Batterien BDE BDSV BIR bvse Corona Deutschland Digitalisierung Doppstadt Entsorgung EU IFAT IFAT 2024 KI Kreislaufwirtschaft Kunststoff Kunststoffe Kunststoffrecycling Maschinen Messe Nachhaltigkeit Papier PET Recycling Rezyklate Rohstoffe Schredder Schrott Schrottmarkt Sekundärrohstoffe Software Stahl Tomra Verpackungen Zerkleinerer Zerkleinerung Österreich
Link to: 27. Internationaler Altpapiertag 2025: Unbeständige Märkte mit Aussicht auf Besserung Link to: 27. Internationaler Altpapiertag 2025: Unbeständige Märkte mit Aussicht auf Besserung 27. Internationaler Altpapiertag 2025: Unbeständige Märkte mit Aussicht auf... Link to: Die Kavitationstechnologie von Repulping Technology Link to: Die Kavitationstechnologie von Repulping Technology Die Kavitationstechnologie von Repulping Technology
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen