Schrottmarkt kompakt: Der Handel agiert vorsichtig

Im Berichtsmonat Februar zeigte der Schrottmarkt einen Aufwärtstrend von plus 3,6 Prozent bei Stahlaltschrott und plus 4,1 Prozent bei Stahlneuschrott (Quelle: IKB Rohstoffpreis-Information vom 5. März 2026). Die Schrottpreise stiegen je nach Sorte, Werk und Region um 5 bis 20 Euro pro Tonne (Quelle: BDSV).

Ausgelöst wurde dieser Anstieg – so die Einordnung der IKB Deutschen Industriebank AG – durch witterungsbedingte Engpässe, eingeschränkte Logistik und geringere Importe infolge ukrainischer Exportbeschränkungen. Besonders im Osten Deutschlands führte die Knappheit zu einer deutlich festeren Marktlage, während der Westen nur moderat betroffen war. Auf der Exportseite blieb die Nachfrage im Februar schwach, da die Türkei sich zurückhielt und somit keine stützenden Impulse setzte. Gleichzeitig blieb das Neuschrottaufkommen, insbesondere in den Bereichen Automobilindustrie und Maschinenbau, gering, wodurch sich das Angebot weiter verengte.

Wie sich der Schrottmarkt im März entwickelte, dazu lagen bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe (19. März 2026) noch keine aussagekräftigen Daten vor. Marktteilnehmer erwarten eine seitwärts bis leicht schwächere Stahlschrott-Preisentwicklung. Bei fehlender Exportbelebung begrenzt die Angebotsknappheit größere Rückgänge. Weiter angespannt ist dabei die Auftragslage der Edelstahlwerke. Importdruck aus Asien und preisgünstige Fertigprodukte drücken die Margen. Edelstahlschrotte werden selektiv eingekauft – benötigte Qualitäten schnell gesichert, aber ohne aggressive Preisaufschläge. Die leichte Preisfestigung bei legierten Schrotten ist vor allem mengengetrieben und nicht nachfragebedingt.

Aluminium notierte im Februar an der LME um die 3.000 US-Dollar pro Tonne. Während der Primärmarkt verhalten bleibt, profitiert der Sekundärmarkt von knapper Verfügbarkeit und festen Notierungen. Die Nachfrage aus Automobil-, Bau- und Maschinenbau bleibt gedämpft. Umschmelzwerke treiben die Nachfrage nach qualitätsgerechten Schrotten – trotz rückläufiger Recyclingproduktion 2025. Dies führt zu spürbaren Preisaufschlägen bei gefragten Qualitäten.

Die Kupferpreise bewegten sich Ende Februar zwischen 12.600 und 13.000 US-Dollar pro Tonne. An der LME stiegen die Lagerbestände von 145.000 auf über 240.000 Tonnen. Die International Copper Study Group prognostiziert 2026 ein moderates Produktionswachstum von unter einem Prozent und ein Angebotsdefizit. Große Kupferminen kämpften zuletzt mit Stromausfällen und logistischen Engpässen. Hohe Notierungen und Volatilität erschwerten Hedging und Kalkulation. Abnehmer sind bei den aktuellen Preisen zurückhaltend. Der Handel agiert vorsichtig

(Erschienen im EU-Recycling Magazin 04/2026, Seite 55, Foto: O. Kürth)