Schrottmarkt kompakt: Leichte Stabilisierung – aber die Unsicherheiten bleiben
Im Berichtsmonat November zeigte sich der Stahlschrottmarkt weiterhin verhalten. Die Nachfrage der Abnehmerindustrien war gedämpft. Erstmals nach fünf Monaten in Folge gab es aber keine rückläufigen Notierungen bei den Schrottpreisen. Es scheint, dass die Talsohle vorerst erreicht ist.
Wie sich der Schrottmarkt im Dezember entwickelte, dazu lagen bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe (16. Dezember 2025) noch keine aussagekräftigen Daten vor. Die IKB Deutsche Industriebank AG erwartet zunächst wenig Bewegung, was die industrielle Nachfrage nach Stahlschrott angeht. CBAM – der CO2-Grenzausgleichsmechanismus der Europäischen Union, die von der deutschen Bundesregierung initiierten Investitionprogramme und ein möglicher Industriestrompreis könnten Anfang 2026 leichte Impulse bringen. Nach Informationen der IKB blieb im November die inländische Nachfrage der Stahlwerke stabil. Stärkere Exportimpulse aus der Türkei und Ägypten sorgten nach zuletzt fallenden Schrottpreisen für eine leichte Stabilisierung. Neuschrott blieb aufgrund der andauernden Schwäche der Automobilindustrie knapp. Altschrott war hauptsächlich im Süden und Westen Deutschlands gut verfügbar. Im Export stach Ägypten hervor, wo die Baukonjunktur die EU-Schrottexporte im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelte. Der asiatische Markt trat dagegen kaum in Erscheinung.
Viele Edelstahlwerke sind derzeit nicht ausgelastet. Steigende Produktionskosten setzen die Branche unter Druck und lassen einen Anstieg der Edelstahl-Schrottpreise nicht erkennen. Und auch die Handelsaktivitäten auf dem deutschen Aluminiummarkt schwächeln – vor allem wegen rückläufiger Nachfrage aus der Automobilindustrie. Dies belastet sowohl Primärwerke als auch Zulieferer, die bereits mit sinkenden Aufträgen kämpfen. Gleichzeitig bleibt Aluminiumschrott knapp, da ein Großteil exportiert wird und so den inländischen Markt weiter verengt. Zusätzlich verunsichert die Ankündigung von Norsk Hydro, fünf europäische Werke zu schließen.
Am Kupfermarkt überschritten im Berichtsmonat November die Preise die Marke von 11.000 US-Dollar pro Tonne. Gründe sind anhaltende Produktionsstörungen in Minen (Indonesien, Peru, Chile) und mögliche US-Zölle, die den internationalen Handel belasten könnten. Analysten erwarten weitere Versorgungsengpässe und sinkende Lagerbestände, was die Preise zusätzlich treibt. Trotz reger Handelsaktivitäten hemmen die hohen Preise den Absatz. Kupferhütten haben ihre Abschläge erhöht und Liefertermine ins neue Jahr verschoben.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 01/2026, Seite 29, Foto: Diana Betz)











