Anreize für Recycling: Österreich plant Plastikabgabe
Nach einem Beschluss der Regierung sollen künftig Unternehmen, die in Österreich nicht-recycelbare Kunststoffverpackungen in Verkehr bringen, eine sogenannte „Plastiksteuer“ bezahlen. Die daraus erwarteten Einnahmen werden auf 170 Millionen Euro beziffert.
Geplant ist auch eine Abgabe für Pakete aus Drittstaaten. Die bisher bekannte „Plastiksteuer“ bezieht sich auf eine EU-weite Abgabe, die seit dem 1. Januar 2021 gilt. Mitgliedstaaten müssen 80 Cent pro Kilogramm nicht-recycelter Kunststoffverpackungen an die EU abführen. In Österreich fallen jährlich rund 300.000 Tonnen Kunststoff-Verpackungsäbfälle an, von denen rund 200.000 Tonnen nicht recycelt werden (Quelle: VOEB). Dies führt zu erheblichen Zahlungen an die EU. Bisher wurden diese Kosten aus dem Budget gedeckt. Das bedeutet, dass die Allgemeinheit für die Abgabe aufkommt.
Ob die Regierung mit ihrem Beschluss eine neue Abgabe oder eine Neufinanzierung der bisherigen Plastiksteuer plant, ist derzeit unklar. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) unterstützt die Regierungspläne: Es müsse Anreize für recycelbare Verpackungen geben. Eine Plastiksteuer hätte eine klare Lenkungswirkung. Bei einer zukünftigen Plastiksteuer müsse der Fokus unbedingt darauf liegen, dass Rezyklate verpflichtend eingesetzt werden, spricht sich VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly aus. Nur eine hohe Nachfrage nach recycelten Kunststoffen garantiere echte Kreislaufwirtschaft. Eine Plastiksteuer werde dazu führen, dass sich Hersteller vermehrt für recycelbare Kunststoffe entscheiden.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 02/2026, Seite 4, Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de)











