Schrottmarkt kompakt: Von Unruhe geprägt
Im Berichtsmonat August bewegten sich die Preise für Stahlalt- und neuschrott – je nach Sorte – weitgehend seitwärts. Einer ferienbedingt schwachen Nachfrage der Stahlwerke in Europa stand ein ebenfalls reduziertes Schrottaufkommen gegenüber.
Bestimmendes Marktthema waren die erheblichen Einschränkungen der Transportlogistik infolge des Niedrigwassers auf Rhein und Donau. Insbesondere im Süden und Westen Deutschlands waren Schiffstransporte teilweise kaum noch möglich, während Bahn und Lkw nur begrenzt als Alternative zur Verfügung standen (Quelle: IKB Rohstoffpreis-Information, September 2026).
Dazu, wie sich der Schrottmarkt im September entwickelte, lagen bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe (21. September 2026) noch keine aussagekräftigen Daten vor. Die IKB Deutsche Industriebank AG rechnet nach dem Ende der Werksferien, ab dem der Bedarf wieder steigen dürfte, mit einer weitgehend stabilen bis leicht rückläufigen Preisentwicklung bei Stahlschrott. Zuletzt zog die Nachfrage türkischer Verbraucher wieder an, was auf der Schrottexportseite das Preisniveau stützte.
Der europäische Edelstahlmarkt zeigte sich im Berichtsmonat August abwartend, wenn auch bei Edelstahlschrotten eine steigende Nachfrage zu beobachten war. Die Aluminiumpreise verharrten bei durchschnittlich 2.750 Euro pro Tonne. Marktakteure hatten bei Primäraluminium einen Preisanstieg erwartet, der aber ausblieb. Die Nachfrage ist verhalten, und der Handel hält seine Einkaufsaktivitäten zurück. Dass sich die wirtschaftliche Lage der Aluminium-Abnehmerindustrien verbessert, ist nicht abzusehen. Für Unsicherheit sorgen zudem die Situation in der Automobilzulieferindustrie, die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und nicht zuletzt die hohen Energiepreise.
Auch der Kupfermarkt ist von Unruhe geprägt, wozu im August die Diskussion um mögliche US-Importzölle mit beigetragen hat. Zeitweilig schien die Verfügbarkeit von Kupfer in Frage gestellt.
Der Markt reagierte äußerst sensibel auf geopolitische Entwicklungen und handelspolitische Entscheidungen. Ende des Monats entspannte und stabilisierte sich zwar die Lage und der Preisdruck nahm ab, doch gehen Marktakteure weiterhin von erhöhter Volatilität in den kommenden Monaten aus. Der deutsche Kupfermarkt sah im August kurzfristig rege Handelsaktivitäten.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 10/2026, Seite 29, Foto: O. Kürth)











