Schrottmarkt kompakt: Der Markt bleibt insgesamt stabil
Im Berichtsmonat Mai zeigte der Schrottmarkt einen Aufwärtstrend von 2,5 Prozent bei Stahlaltschrott und 2,3 Prozent bei Stahlneuschrott (Quelle: IKB Rohstoffpreis-Information, Juni 2026). Nach Informationen der BDSV stiegen die Stahlschrottpreise aufgrund starker Nachfrage der Stahlwerke und Exportimpulsen aus der Türkei um 10 bis 15 Euro pro Tonne.
Besonders nachgefragt wurden die Sorten Scherenschrott E1, E3 und E8-Neuschrotte. Unterstützend – so die IKB Deutsche Industriebank AG – wirkten regulatorische Effekte wie CBAM und Importbeschränkungen, die die Nachfrage nach EU-Stahl erhöhten. Gleichzeitig war das Angebot begrenzt und schwankend. Logistische Engpässe und steigende Transportkosten schränkten die Verfügbarkeit zusätzlich ein.
Dazu, wie sich der Schrottmarkt im Juni entwickelte, lagen bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe (19. Juni 2026) noch keine aussagekräftigen Daten vor. Wenn auch schwer vorhersehbar, so bleibt der Markt doch insgesamt – bei begrenztem Schrottaufkommen – stabil. Davon gehen Marktbeobachter aus: Kurzfristig wird mit anhaltender Nachfrage der Stahlwerke bis zu den Sommerferien und anschließend mit einer saisonalen Abschwächung gerechnet. Entsprechend erwartet die IKB für das dritte Quartal zunächst eine Seitwärtsbewegung der Preise, gefolgt von einem leichten Preisrückgang.
Vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen und Einschränkungen im Schiffsverkehr in der Straße von Hormus gewinnt Edelstahlschrott weiter an strategischer Bedeutung. Im Berichtsmonat Mai zeigte sich eine insgesamt robuste Nachfrage seitens der Edelstahlwerke. Gestiegene Nickelnotierungen sowie ein höherer Fe-Grundpreis führten zu einem spürbaren Anstieg der Edelstahlschrottpreise.
Bei Aluminium ist festzuhalten, dass der Preis für Primärqualitäten seit Beginn des Irankonflikts um 17,3 Prozent in die Höhe schnellte. Im Sekundärbereich bleibt die Lage laut IKB ebenfalls angespannt. Gegenwärtig ist das Angebot an Aluminiumschrott deutlich geringer als die Nachfrage. Die Entwicklung in Chile, wo die Fördermengen rückläufig sind, begrenzt unter anderem das globale Kupferangebot und wirkt sich damit preistreibend aus. Zuletzt wurden pro Tonne Kupfer über 14.000 US-Dollar gezahlt. Für eine gewisse Beruhigung am Markt sorgte im Mai die noch gute Versorgungslage der Kupferhütten und dass sich die Hüttenabschläge nahezu auf dem Vormonatsniveau bewegten. In einzelnen Marktsegmenten gab die Nachfrage allerdings etwas nach.
(Erschienen im EU-Recycling Magazin 07/2026, Seite 31, Foto: MSV-Archiv)











